Insgesamt sind es drei Phasen, also drei zweieinhalb Kilometer lange Kabel, die zwischen den beiden Stauseen Hochwurtenspeicher und Großsee vorsichtig durch den wassertriefenden Berg gezogen werden. Das alte Kabel aus dem Jahr 1973 war schon Jahrzehnte im Wasser, mit Muffen gestückelt und drohte undicht zu werden. Wegen der Sanierung der Stauseen wurde das Wasser abgelassen. Diese Gelegenheit wurde genutzt, um das Kabel sicherheitshalber zu tauschen.
Pegelmelder warnt vor Überflutung
Jedes der drei Kabel ist fünf Zentimeter stark und wird einzeln auf Rollen durch den Berg gezogen. Die Arbeit ist herausfordernd: Die Arbeiter stehen oft hüfthoch im Wasser, von oben kommt weiteres Wasser, es zieht und hat acht Grad.
Zudem kann die Witterung schnell umschlagen, dann besteht die Gefahr, dass sich der Stollen noch weiter mit Wasser füllt, dann wird die Arbeit lebensgefährlich. Draußen gibt es eine Pegeleinrichtung, sagte Bauleiter Günther Ladinig (KELAG): „Die Arbeiter werden sofort gewarnt, wenn das Wetter umschlagen würde. Dann würden sie mit den Maschinen hinausfahren, abwarten und dann wieder hineinfahren.“
Zwei Stauseen in der Innerfragant werden saniert und mussten dafür ausgelassen werden
Kosten liegen bei 1,6 Millionen Euro
Die Rollen, über die die Kabel durch den Berg gezogen werden, halten einen Zug von etwa 1.200 Kilogramm aus, sagte der Bauleiter: „Das ist Kraft genug für dieses Kabel.“ Gerald Obernosterer von der Kärnten Netz: „Das Besondere an dem Kabel ist, dass es innen noch eine Aluminiumbewehrung hat, damit es höhere Zugkräfte aushält.“
Die Verlegung der neuen Kabel kostet 1,6 Millionen Euro. Wenn die Stauseen an beiden Enden wieder geflutet werden, bleibt die Leitung unter enormem Druck für Jahrzehnte 60 Meter unter Wasser.

Steirische Spezialfirma im Einsatz
Monteure einer steirischen Spezialfirma sind für das Ziehen der Kabel verantwortlich. Sie befinden sich tagelang im Stollen. In Abschnitten von rund 300 Metern arbeiten sie sich vor.
Sie nehmen die Arbeitsbedingungen mit Gelassenheit. Monteur Stefan Bratusek: „Die Arbeit sind wir gewöhnt, im Umfang ist es wohl etwas anderes, aber man gewöhnt sich auch daran“.

Arbeiten vor erstem Schneefall fertigstellen
Die Arbeiter versuchen schnell zu sein, denn schon bald könnte in den Hohen Tauern Schnee fallen.