Tafel Aufschrift Willkommen
ORF
ORF
Bildung

Neue Regeln zu Schulbeginn

In Kärnten startet das neue Schuljahr für 67.000 Kinder und Jugendliche am kommenden Montag mit einer dreiwöchigen „Sicherheitsphase“, mit regelmäßigen Covid-Tests und Maskenpflicht außerhalb der Klasse. Fernunterricht oder Schichtbetrieb wie im vergangenen Schuljahr soll es nicht mehr geben.

In den ersten drei Wochen werden die Schüler – auch Geimpfte oder Genesene – je drei Mal getestet, einmal davon mittels PCR-Gurgeltest. Außerhalb der Klassen gilt eine Mund-Nasen-Schutzpflicht. Bei Lehrerinnen und Lehrern wird die Durchimpfungsrate auf 75 bis 80 Prozent geschätzt. Nichtgeimpfte Lehrer müssen einmal pro Woche einen externen PCR-Test nachweisen.

LH Peter Kaiser und Bildungsdirektorin Isabella Penz bei der Pressekonferenz
ORF
Landeshauptmann und Bildungsreferent Peter Kaiser (SPÖ) bei der Pressekonferenz zum Schulbeginn mit der neuen Kärntner Bildungsdirektorin Isabella Penz

Präsenzunterricht hat „absolute Priorität“

Der Präsenzunterricht solle unter Berücksichtigung aller Schutzmaßnahmen absolute Priorität haben, sagte Landeshauptmann und Bildungsreferent Peter Kaiser (SPÖ). „Wir werden jedenfalls alles tun, um unser Hauptziel Präsenzunterricht zu erreichen und damit Mehrfachbelastungen durch Homeschooling zu vermeiden. Das sind wir der nächsten Generation schuldig. Wir brauchen dafür aber auch die Kooperationsbereitschaft und den Willen aller“, betonte Kaiser.

Erstklässler zum Schulbeginn im Burgenland
ORF
Taferlklassler Volksschule Nikelsdorf im Burgenland haben den ersten Schultag schon hinter sich

Taferlklassler dürfen begleitet werden

Eltern von Taferlklasslern dürfen ihre Kinder in der ersten Woche in die Schule begleiten und auch bei den Testungen helfen. Als Externe müssen sie einen 3G-Nachweis vorzeigen und einen Mund-Nasen-Schutz (MNS) tragen.

Schulstart mit Sicherheitsphase

Mit dem Schulstart kommende Woche beginnt für Kinder und Jugendliche in den Schulen eine dreiwöchige Sicherheitsphase -mit regelmäßigen CoV-Tests und Maskenpflicht außerhalb der Klasse.

Ungeimpfte Pädagoginnen und Pädagogen sowie ungeimpfte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen sich regelmäßig testen, Antigentests gelten 48 Stunden lang, einmal die Woche ist von ihnen außerdem ein PCR-Test zu machen.

Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf können die von der Schule zur Verfügung gestellten Tests im Bedarfsfall auch zuhause machen. Zudem können sie per ärztlichem Attest von der Test- und MNS-Pflicht befreit werden.

Erstklässler zum Schulbeginn im Burgenland
ORF
Außerhalb der Klassenräume beginnt der Schulalltag mit einem MNS

Inzidenz entscheidet über Verschärfungen

Das weitere Vorgehen bestimmt laut Kaiser die jeweilige 7-Tage-Inzidenz: Unter 100 ermöglicht das normales Vorgehen, bei einer Inzidenz zwischen 100 und 200 sind drei Tests pro Woche und ein MNS außerhalb der Klasse vorgesehen. Bei einer Inzidenz über 200 kommt ab der neunten Schulstufe der MNS auch im Unterricht dazu.

Menschen, die die Maßnahmen verweigern, will man zuerst in einem Gespräch zu überzeugen versuchen. Funktioniert das nicht, bedeutet es für Schülerinnen und Schüler ortsungebundenen Unterricht, für Pädagoginnen und Pädagogen ein Unterrichten mit FFP2-Maske.

Schüler mit MNS
ORF

Bildungsdirektorin: So viel Sicherheit, wie möglich

Im Studiogespräch mit KH-Moderator Hannes Orasche sagte die neue Kärntner Bildungsdirektorin Isabella Penz, die drei wöchentlichen Tests – zwei Antigen-Tests und ein PCR-Test – seien absolut notwendig: „Wir wollen unseren Kindern, den Lehrkräften und den Eltern so viel Sicherheit wie möglich geben.“ Im Falle eines positiven Tests sei die Gesundheitsbehörde von der Schulleitung zu benachrichtigen, sagte Penz. Das betroffene Kind muss in Quarantäne, die anderen Kinder bleiben nach Möglichkeit K2-Kinder und können die Schule weiter besuchen.

Für die von Quarantäne betroffenen Kinder werde es Unterricht in Form von Arbeitspaketen in den Volksschulen oder Online-Unterricht in den höheren Schulstufen geben. Auf Hybridunterricht oder wenn nötig auch auf klassenweise Schließungen, sei man gut vorbereitet, sagte die neue Bildungsdirektorin.

370 Kinder zu häuslichem Unterricht angemeldet

370 Kinder seien derzeit zum häuslichen Unterricht angemeldet, sagte Penz. „Hier möchte ich die Hand ausstrecken. Die Eltern haben jederzeit die Möglichkeit, sich anders zu entscheiden und die Kinder wieder zur Schule zu schicken. Bitte bedenken Sie, es gibt so viel soziales Lernen in der Schule, auf dem Schulweg, in der Pause. Das sind Dinge, die ein häuslicher Unterricht nicht erfüllen kann und deswegen hoffe ich, dass viele Kinder wieder zurück zum Unterricht kommen.“

Der Bewegungsunterricht und der Musikunterricht sollen so lange wie möglich stattfinden, sagte Penz, wenn nötig mit Maßnahmen wie größerem Abstand, „aber ich denke, dass wir das gut schaffen“.

Laptops ab Ende September

Für das digitale Lernen sei bisher die nötige Infrastruktur mit dem Glasfasernetz und dem WLAN an den Schulen und einem geschaffen worden, mit einem guten pädagogischen Entwicklungskonzept für digitales Lernen. „Ab Ende September bekommen unsere Kinder jetzt sukzessive die Laptops und Tablets und dann geht’s los, dann wird im digitalen Zeitalter gearbeitet.“

Eltern werden einen Selbstbehalt von rund 100 Euro für die Endgeräte zu leisten haben, für finanziell weniger gut Gestellte soll die Möglichkeit zur Befreiung vom Eigenanteil bestehen

Kärntner Schulen in Zahlen

Insgesamt gibt es in Kärnten 33.167 Pflichtschüler und Pflichtschülerinnen. Die Gesamtschülerzahl im Pflichtschulbereich sank gegenüber dem Vorjahr um 82 Schüler. Zählt man die AHS-Unterstufe dazu, kommt man auf 41.435 Schülerinnen und Schüler. Weiters werden in den Fachberufsschulen im kommenden Schuljahr 7.256 Berufsschüler unterrichtet (316 weniger als im Vorjahr).

Es gibt 5.661 Taferlklassler (plus 24 zum Vorjahr). Die Gesamtanzahl der Volksschüler stieg um 85 auf 20.429 gestiegen. 20.429 Volksschüler werden in 1.209 VS-Klassen unterrichtet, das sind im Durchschnitt 17 Kinder pro Klasse. In den Mittelschulen sind es 11.818 Kinder in 596 Klassen, 110 Schüler weniger als 2020. In den Polytechnischen Schulen werden 642 Schülerinnen und Schüler in 32 Klassen unterrichtet, das sind 53 Schüler weniger. 278 Kinder in 25 Klassen werden an Sonderschulen und 28 integrativen Kleinklassen unterrichtet.

Insgesamt gibt es 293 Schulstandorte inklusive Exposituren), davon 219 Volksschuldirektionen, 60 Mittelschul-Direktionen, sieben Polytechnikum Direktionen, fünf Sonderschuldirektionen
neun Privatschulen im allgemeinen Pflichtschulbereich ohne Landespersonal.

Einige Klassen und Schulen wurden aufgelassen

  • MS-Expositurklassen Bad Bleiberg: Zuteilung der Schüler zur MS Nötsch im Gailtal
  • Expositurklasse Rinkenberg: Zuteilung der Schüler zur VS Bleiburg
  • Expositurklasse Pisweg: Zuteilung der Schüler zur VS Gurk
  • ASO Villach: Besuch von angeschlossenen Sonderschulklassen z.B. in der VS 2 Villach Friedensschule
  • MS 10 Klagenfurt-St. Peter: Zuteilung der Schüler zur MS 6 Klagenfurt-St. Peter
  • Neu errichtet wurde eine Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht für Sechs- bis 15-Jährige in St. Andrä.

Team Kärnten: Offene Schulen notwendig

Geschlossene Schulen und ein regelrechter Bildungslockdown sollten der Vergangenheit angehören, hieß es vom Team Kärnten. Kärnten-Chef Gerhard Köfer forderte vom Land, dass alles unternommen werde, um geöffnete Schulen im Sinne der Schüler sicherzustellen. Köfer sprach sich für den verstärkten Einsatz von Schulpsychologen aus.

Die Polizei kündigte verstärkte Kontrollen in den ersten Schulwochen an. Eltern sollten ihre Kinder rechtzeitig auf den Schulweg und das richtige Verhalten im Straßenverkehr vorbereiten, fordert die Polizei.