Kerzen vor Bild von Unfallopfer
ORF
ORF
Chronik

Fünf Monate unbedingt nach tödlichem Unfall

Zu 15 Monaten Haft, fünf davon unbedingt, ist am Dienstag ein 19 Jahre alter Mann am Landesgericht Klagenfurt verurteilt worden. Anfang März diesen Jahres kamen bei einem Verkehrsunfall am Südring in Klagenfurt zwei junge Männer, 18 und 19 Jahre alt, in dem von ihm gelenkten Pkw bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

In seiner Urteilsbegründung erklärte Richter Alfred Pasterk, dass es überhaupt keinen Zweifel an der Schuldfrage gebe. Der 19-Jährige war ja laut Gutachten zum Unfallzeitpunkt mit fast 150 Kilometern pro Stunde am Südring in Klagenfurt unterwegs. Zudem war er leicht alkoholisiert. Der Tod seiner beiden Beifahrer im Alter von 18 und 19 Jahren sei bei einem Unfall unter diesen Umständen vorhersehbar gewesen, daher liege eine grobe Fahrlässigkeit vor.

Prozess um tödlichen Unfall

Am Dienstag muss sich ein junger Unfall-Lenker vor Gericht verantworten. Bei dem Crash in Klagenfurt starben zwei junge Männer.

Entschuldigung von Angeklagtem

Der Angeklagte sagte zwar, dass er sich nicht an den Unfall erinnern könne, er zeigte sich dennoch geständig. Die Ergebnisse und Gutachten waren laut Staatsanwältin Tina Frimmel-Hesse dafür eindeutig gewesen. Der Verteidiger verwies auf ein Entschuldigungsschreiben seines Mandanten. Der Angeklagte selbst entschuldigte sich bei den Eltern der Opfer. Er sagte, er wünsche, dieser Tag wäre nie passiert. Im Gerichtssaal flossen bei den Angehörigen der Opfer im Lauf der Verhandlung immer wieder Tränen.

Bereits vor Prozessbeginn musste Richter Alfred Pasterk teilweise rund 40 Schüler, Freunde und Bekannte der Opfer und des Angeklagten abweisen. Sie standen dicht gedrängt im kleinen Aufenthaltsraum und Wartebereich vor dem Gerichtssaal, der auch nur wenigen Personen Platz bietet. Vor dem Eingang des Gerichts hatten sie, wie schon an der Unfallstelle, Kerzen und eine kleine Fotowand für die Verstorbenen aufgestellt.

Auch zum Prozess war eine Vielzahl an Personen geladen, alleine zehn Zeugen bzw. Sachverständige machten am Vormittag ihre Aussage. Der Angeklagte gab sich von Beginn an vollinhaltlich und reumütig geständig. Er könne sich an die Unfallsituation zwar nicht erinnern, wolle dafür aber gerade stehen.

Prozess Unfall Südring
ORF

Unfall mit dreifach überhöhter Geschwindigkeit

Laut Gutachten und Anklage lenkte er den Wagen vor dem Unfall mit 148 Kilometern pro Stunde und damit fast drei Mal so schnell, wie erlaubt. Er hatte dabei 0,3 Promille Alkohol im Blut. Bei dem Unfall wurde das Fahrzeug 32 Meter durch die Luft und gegen eine Hausmauer geschleudert.

Verkehrsunfall mit Feuerwehrleuten hinter einem am Dach liegenden Autowrack
Berufsfeuerwehr Klagenfurt
Das Unfallwrack

Unterschiedliche Aussagen zu Rennaufforderung

Der 19-Jährige habe den Wagen nur gelenkt, weil sein Freund, der Wagenbesitzer zu alkoholisiert gewesen sei. Zuvor hatte es ein Treffen in einer Tiefgarage gegeben, bei dem andere junge Burschen mit PS-starken Autos dabei waren. Eine Idee zu einem Rennen habe es nicht gegeben, so der Angeklagte, der bei dem Unfall mit mehreren Knochenbrüchen, sowie schweren Leber-, Milz- und Lungenverletzungen und einem schweren Schädel-Hirntrauma davonkam. Ein anderer Zeuge widersprach. Immer wieder soll der Angeklagte auch laut einer Zeugin schon vor der Unfallnacht andere Personen zu Rennen aufgefordert haben.

Prozess nach Raserei durch Klagenfurt

Ein 19-Jähriger ist im Frühjahr leicht alkoholisiert mit 143 km/h durch Klagenfurt gerast. Bei einem Unfall sind seine beiden Mitfahrer gestorben. Am Landesgericht Klagenfurt muss er sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten.

Zeugin hörte Fahrer noch lachen

Die Stimmung im Verhandlungssaal war beklemmend. Eine Zeugin, die Freundin eines Verstorbenen, hatte exakt vor dem Unfall noch mit ihrem Freund im Auto telefoniert, hörte ihn immer wieder sagen, dass der Fahrer nicht so schnell fahren, sondern bremsen soll. Auch sie selbst habe ihn danach noch über Lautsprecher des Handys dazu aufgefordert. Der Angeklagte habe aber laut der Zeugin nur gelacht – wenig später sei nur mehr Rauschen zu hören gewesen.

Der Angeklagte und die Staatsanwältin nahmen das Urteil – 15 Monate Haft, fünf davon unbedingt – an. Es ist somit rechtskräftig. Der mögliche Strafrahmen liegt bei bis zu drei Jahren.