Die Oberwalderhütte
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Umwelt

Schutzhütten immer schwerer erreichbar

Die durch den Klimawandel steigenden Temperaturen lassen die Permafrostzonen in den Bergen steigen und sorgen für Gletscherschwund und Starkregen. Manche Schutzhütten werden dadurch immer schwerer erreichbar. Für die Oberwalderhütte musste sogar ein gesicherter Klettersteig errichtet werden.

Die Oberwalderhütte auf dem großen Burgstall bleibt Ausgangspunkt für Bergtouren, die echten Alpinisten vorbehalten sind. Nach der Errichtung vor 110 Jahren war die Hütte in fast 3.000 Meter Seehöhe über das Bockkarkees noch relativ leicht zu erreichen. Heute ist der große Burgstall ein freistehender Felsblock. Auf den Gletscher schaut man 100 Meter hinunter. Jedes Jahr schwindet mehr Eis.

Die Oberwalderhütte steht mittlerweile auf einem eisfreien Felsen
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Früher konnte die Hütte relativ leicht über den Gletscher erreicht werden, heute steht sie auf einem Felsblock

Stahlseile sind Endstation für Wanderer

Der Alpenverein musste einen Klettersteig bauen, damit die Hütte erreicht werden kann. An den Stahlseilen können sich geübte Alpinisten mehr als 100 Höhenmeter hinauf hanteln. Für Wanderer ist hier Endstation.

Klettersteig zur Hütte
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Der Klettersteig muss immer wieder neu angelegt werden, weil Felsen abgehen

Eis hielt den Fels zusammen

Peter Kapelari vom Österreichischen Alpenverein sagte, typisch für den Permafrost sei seine grießige Beschaffenheit: „Das ist alles früher durch den Gletscher zusammengehalten worden und war auch selbst eisig. Jetzt ist das alles so locker und patzig und hat keinen Halt und keine Struktur. Damit ist der Permafrost aber auch kein Kleber mehr für die Steine.“

Felsen droht abzubrechen
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Felsen wie dieser drohen abzustürzen und bedrohen damit die Route der Kletterer

Steig muss immer wieder neu angelegt werden

Nach jedem Winter sieht der Berg anders aus. Auch heuer musste der Steig hinauf zur Hütte neu angelegt werden. Immer wieder werden Felsblöcke abgesprengt, weil Wasser in Risse eindringt, sich Eis bildet und den Fels hinaus drückt, sagte Kapelari: „Die Gefahr wird wohl nicht so groß sein, dass das von heute auf morgen und ganz plötzlich passiert, aber wenn man sieht, dass der Fels sich weiter bewegt, muss man ihn entweder absprengen oder einen neuen Weg suchen.“

Am mittleren Burgstall gleich daneben brachen im Jahr 2007 rund 35.000 Kubikmeter Fels ab. Auch dem Fels, auf dem die Oberwalderhütte steht, könnte ein ähnliches Schicksal drohen. Es bestehe immer die Angst, dass ein großer Fels abgehen könnte, sagt Kapelari, „aber wie sagt man: Am Schluss gewinnt das Wasser immer“.

Loses Felsgestein
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Große Felsbrocken sind locker

Die Pasterze ist nur noch ein Bruchteil dessen, was sie einmal war und verliert mittlerweile ihre Verbindung zu ihrem Nährgebiet. Der sogenannte Hufeisenbruch zeigt immer mehr Fels statt Eis. Und der Gipfel des Johannisbergs war früher das ganze Jahr weiß.