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Erreichung der Klimaziele: Industrie skeptisch

Die Kärntner Industrie hat am Mittwoch eine Umfrage zum Klimaschutz vorgestellt. Diese zeige, dass die Industrie in vielen Bereichen Maßnahmen und Maßstäbe setze. Was die Erreichung der Klimaziele bis 2030 anbelangt, sei man dennoch skeptisch.

Wirtschaftlich gesehen „läuft es“ derzeit in den Kärntner Industriebetrieben. Denn die Auftragsbücher sind voll und fast die Hälfte der Industriebetriebe sucht weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sagte IV-Präsident Timo Springer. „Die Wirtschaft und vor allem die Industrie haben sich sehr gut erholt und wir sind wieder auf Vorkrisenniveau angekommen. Aus Sicht der Industrie ist die Pandemie vorbei“.

Gegen CO2-Ausstoß bereits viel unternommen

Das wirke sich sehr positiv auf Arbeitsplätze aus, so Springer. Laut einer Umfrage der IV suchen 47 Prozent der Industrieunternehmen nach neuen Arbeitskräften. „In den meisten Jobs gibt es offene Stellen. Besonders gesucht sind Fachkräfte mit Elektronik/Elektrik-Hintergrund oder IT-Fachkräfte“, so Springer.

Die Industrie habe bereits viel investiert, um den klimaschädlichen Co2-Ausstoß zu senken. Die Hälfte (46 Prozent) der heimischen Industrie-Betriebe bezweifelt laut Umfrage aber, dass die angestrebte CO2-Reduktion bereits 2030 zu erreichen ist.
Jeder zweite Betrieb hält klimaneutrale Produktion aber bis zum Jahr 2050 für möglich. (52 Prozent)

IV-Kärnten-Präsident Timo Springer und IV-Kärnten-Geschäftsführerin Claudia Mischensky
IV Kärnten
IV-Kärnten-Präsident Timo Springer und IV-Kärnten Geschäftsführerin Claudia Mischensky

Dekarbonisierungs-Fonds muss unbürokratisch sein

Die Industrie bekenne sich zum Klimaziel 2050 der Europäischen Union und hält diese Vorgaben auch für machbar, so Springer: „Jede Herausforderung in diesem Bereich wird schwieriger zu erreichen sein, je kürzer der Zeitraum ist, innerhalb dessen sie erreicht werden muss.“

Es könne nur gehen, wenn Dekarbonisierungs-Fonds unbürokratisch ausgestaltet und finanziert würden. Man müsse auch überlegen, „was Sinn macht und was keinen Sinn macht“, insbesondere in Hinblick auf die bereits getroffenen Maßnahmen.

Co2-intensive Produktion droht Abwanderung

Springer: „Alles, was an CO2-Bepreisung hereinkommt, müsste zu einem Großteil aus diesem Fonds abgedeckt werden“. Ansonsten werde Co2-intensive Produktionen ins Ausland „verlagert“ und das „bei nur acht Prozent Co2-Ausstoß in der EU“. Springer zufolge sei das kein sinnvoller Ansatz. Der Dekarbonisierungs-Fonds müsste Sorge tragen, dass man keine Industrieproduktionen in andere Länder verliere.