Kleber auf dem Alten Platz
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Soziales

Aktion gegen Gewalt an Frauen

Gewalt gegen Mädchen und Frauen beginnt oft mit Bemerkungen, Beleidigungen, sexistischen und abwertenden Sprüchen, die zu einem gewissen Grad gesellschaftlich toleriert werden. Eine Aktion von Klagenfurt, Villach, Ferlach und St. Kanzian will mit dem Mädchenzentrum Klagenfurt Menschen dafür sensibler machen.

In den teilnehmenden Städten werden in Fußgängerzonen Sprechblasen mit Erfahrungen aus dem Lebensalltag von Kärntnerinnen aufgeklebt. Sie sollen auf Gewalt und Belästigung hinweisen und sie sichtbar machen. Die Botschaft ist, dass man bei frauenverachtenden Wortmeldungen nicht weghören soll, denn Sexismus und Gewalt an Mädchen und Frauen finden mitten in der Gesellschaft statt. Das Ziel sei es, Frauen zu stärken, sagte Eva Krainer vom Mädchenzentrum Klagenfurt.

Sprechblasen wider die Gewalt
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Eine der Sprechblasen

Gewalt beginnt oft mit Beleidigungen

Denn viele spüren Wut durch solche Bemerkungen, haben aber das Gefühl, sie können damit nirgends wohin, weil das ja normal sei. Daher trauen sich viele Betroffene auch bei intensiveren Formen der Gewalt nicht, Hilfe zu suchen oder darüber zu sprechen, so Krainer.

Stopp der Gewalt

Gewalt an Frauen und Mädchen beginnt nicht immer mit einer Straftat. Oft sind es abwertende oder sexistische Äußerungen im Alltag, denen Mädchen und Frauen ausgesetzt sind, die von der Gesellschaft bis zu einem gewissen Grad toleriert werden. Eine Aktion der Städte Klagenfurt, Villach, Ferlach und der Gemeinde St.Kanzian gemeinsam mit dem Mädchenzentrum Klagenfurt soll jetzt Gewalt sichtbar machen.

Corinna Smrecnik, die Frauenreferentin von Klagenfurt, sagte, es beginne mit Beleidigungen und reiche bis hin zu psychischer und physischer Gewalt, leider ende es allzu oft auch in Mord. Es gebe viele Beratungsstellen wie das Mädchenzentrum, die Frauenplattform oder die Eltern- und Familienberatungsstelle.

Abhängigkeit und Besitzdenken als Ursachen

Frauen, die ins Gewaltschutzzentrum kommen, erlebten bereits unmittelbare Gewalt oder wurden damit bedroht. Während der Pandemie verschärfte sich für viele die Situation. Allein im heurigen Jahr wurden 410 Betretungsverbote ausgesprochen, rund 50 mehr als letztes Jahr um diese Zeit, so Roswitha Bucher vom Gewaltschutzzentrum Klagenfurt: „Solange wir in einer Gesellschaft leben, in der Frauen, die Opfer von Gewalt werden, nicht gleichwertig oder gleichrangig behandelt werden wie Männer, werden sie Opfer. Abhängigkeit ist eine der häufigsten Ursachen für Gewalt. Auf der anderen Seite Besitzdenken bei Männern.“ Gewalt ist kein privates Problem, sondern die Angelegenheit aller.