Theaterstück „Jemand“ Hommage Kresnik
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Kultur

„Jemand“: Hommage an Johann Kresnik

Am 27. Juli 2019 ist der aus Bleiburg/Pliberk stammende Tanztheater-Guru Johann Kresnik gestorben. An seinem Grab beschlossen Weggefährten eine Hommage an den großen Künstler. Diese theatralische Ehrbezeugung trägt den Titel „Jemand“ und hatte und ist noch bis 25. Juli im Kulturni dom zu sehen.

Über Jahrzehnte sorgte Johann Kresnik auf den Tanzbühnen der Welt für Furore. 2009 hatte er das erste und letzte Mal in seiner Heimatstadt Bleiburg/Pliberk ein Stück inszeniert.

Josef Kresnik (+)
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Johann Kresnik

Die Weggefährten von damals sind nun wieder versammelt und machen den schillernden Star des choreografischen Theaters zur Hauptfigur ihrer Produktion.

Theaterarbeit als politische Notwendigkeit

Die Entwürfe für die Bühne und Kostüme stammen von niemand geringerem als Gottfried Helnwein. Er erinnert sich an Kresnik als „unerschütterlich“: „Niemand konnte ihn aufhalten. Er ging nicht aus ästhetischen Gründen zum Theater, sondern aus einer politischen Notwendigkeit heraus. Er war – so wie ich – involviert in die 68-er-Revolution gegen die Eltern-Generation und die alten Nazis.“

Das Stück „Jemand“ zeigt Kresnik als Regisseur bei der Arbeit, aber in der vielschichtigen Inszenierung wird auch seine Lebensgeschichte aufgearbeitet. Er nahm sich kein Blatt vor den Mund und lebte – kompromisslos und ungeniert – seine Überzeugungen.

Szenenbild Theaterstück „Jemand“ Hommage Kresnik
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Szenenbild aus „Jemand“

„Man kann ihn nicht spielen, nur zitieren“

Regisseur Hannes Hametner sagte, er denke, es würde Kresnik ungeheuer gefallen, dass auch so viele junge Leute sich ein Bild seiner Arbeit machen und sie fortführen.

Theaterstück „Jemand“ Hommage Kresnik
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Andreas Siefert war schon 2009 der Hauptdarsteller bei Kresnik in Bleiburg und hatte mehrere Produktionen mit ihm erarbeitet. Nun schlüpft er in die Figur des Meisters: „Ich hoffe, dass Hans mir nicht böse ist, wenn ich so spiele.“ Wobei er einräumt, man könne ihn nicht spielen, sondern nur zitieren. Das Stück ist noch bis 25. Juli in Bleiburg zu sehen.