Regenbogenparade-Teilnehmer am Neuen Platz
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Chronik

20 Übergriffe bei Regenbogenparade

Die Veranstalter der Klagenfurter Regenbogenparade, die am vergangenen Wochenende über die Bühne gegangen ist, beklagen Übergriffe auf Teilnehmerinnen und Teilnehmer. An die zwanzig Fälle seien über die Sozialen Medien bekannt geworden. Mögliche weitere Betroffene werden gebeten, sich zu melden.

Queerklagenfurt, der Verein der hinter der Regenbogenparade steht, zog am Donnerstag in einer Aussendung eine gemischte Bilanz für die Regenbogenparade am vergangenen Samstag. Einerseits sei die Veranstaltung ein voller Erfolg gewesen: Etwa tausend Menschen hätten für Vielfalt und Antidiskriminierung demonstriert, hieß es in der Aussendung. Andererseits sei es vor, während und nach der Parade zu Beschimpfungen und Übergriffen gekommen. Diese Vorfälle werden genau dokumentiert, hieß es von den Organisatoren.

Teilnehmer beschimpft und bedroht

Mit dem Sammelbegriff LGBTIQ+ werden Personen bezeichnet, die nicht heterosexuell sind. Inzwischen seien fast 20 Fälle von LGBTIQ+-Feindlichkeit, die uns über die sozialen Medien zugetragen wurden, sagte Erec Gellautz, Mitglied bei Queerklagenfurt/Celovec in der Aussendung: „Das Spektrum reicht von Beschimpfungen und Verhöhnungen, über Verfolgung von Parade-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern auf dem Heimweg, Anspucken, am Kragen packen, Sachbeschädigungen bis hin zur Drohung auf Sozialen Medien.“

Diese Meldungen würden die Veranstalter sehr betroffen machen, „insbesondere wenn Jugendliche, die zum ersten Mal eine Parade besuchen, zum Opfer werden“, sagte Gellautz. Damit die Opfer von queerfeindlicher Gewalt in Kärnten/Koroška nicht alleine dastehen, wurde ein Meldeformular aus der Community online gestellt, in das sich Betroffene eintragen können.

Besseren Schutz für LGBTIQ+ durchsetzen

„Queerinthia und Queerklagenfurt sammeln die Vorfälle gemeinsam um sie anonymisiert an den Nationalratsabgeordneten und Gleichbehandlungssprecher Mario Lindner (SPÖ) weiterzuleiten“, sagte Syphia Lis von Queerklagenfurt. Der Gleichbehandlungssprecher trage solche Fälle queerfeindlicher Gewalt zusammen, mit dem Ziel, auf Bundesebene einen besseren Schutz vor Diskriminierung für LGBTIQ+ durchzusetzen.

Queerklagenfurt/Celovec und Queerinthia riefen in der Aussendung alle Teilnehmer der Parade auf, über das Meldeformular diskriminierende und queerfeindliche Vorfälle mitzuteilen. „Es ist wichtig die Gewaltfälle sichtbar zu machen“, sagte Hannah Tomasi von Queerklagenfurt. „Die Vorfälle zeigen, dass wir dringend institutionelle Beratungsstellen, offizielle Ressourcen und Ansprechpersonen in unterschiedlichen Instanzen brauchen, an die wir uns mit unseren Bedürfnissen wenden können."

Vorfälle auch in anderen Bundesländern

Vorfälle hat es aber nicht nur bei der Parade in Klagenfurt gegeben. In Linz wurde ein Regenbogen-Zebrastreifen mit queerfeindlichen Parolen beschmiert. In Bregenz wurden Schüsse aus einer Schreckschusspistole abgefeuert – mehr dazu in vorarlberg.ORF.at.