Wanderer bei Rastplatz Pfausach Glantal
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Lifestyle

Künstlerische Rastplätze im Glantal

Das schöne Sommerwetter nutzen viele fürs Aktivitäten im Freien. Gerade bei so hohen Temperaturen wie in den vergangenen Tagen sollte aber auch das Rasten nicht zu kurz kommen. Im Glantal laden seit Kurzem sechs künstlerisch gestaltete Rastplätze dazu ein.

Die Ideen zu den Rastplätzen unter dem Motto „Fang die Sonne ein im Glantal“, die in sechs Gemeinden des Glantales umgesetzt wurden, entstanden bei einem Künstlerwettbewerb im vorigen Jahr. 21 Kärntner Künstler und Landschaftsarchitekten sandten ihre Vorschläge ein. Die Siegerprojekte wurden von einer Jury ausgewählt.

Die Vorgaben bei der Gestaltung waren streng, sagte Gerda Berg von der Tourismusregion Mittelkärnten: „Erstmal sollen sie aus Nockholz, also regionalem Holz, gestaltet sein. Zweitens muss natürlich ein Wanderweg vorbeiführen, dass man auch hinkommt und es muss immer der Blick ins Glantal gegeben sein.“

Gerda Berg
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Gerda Berg, Natur- und Landschaftsvermittlerin

Die sechs Rastplätze wurden unlängst fertig gestellt. Aber Rastplatz ist nicht gleich Rastplatz. Bei dem Projekt ging es laut Berg darum, nicht einfach nur gewöhnliche Tisch- und Bank-Kombinationen, sondern künstlerisch gestaltete Rastplätze zu schaffen.

Wanderer bei Rastplatz Pfausach Glantal
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Rastplatz in Pflausach ober Liebenfels

Gredn/Tristn als zentraler Punkt in Pflausach

Der Platz in Pflausach, hoch über Liebenfels, liegt unmittelbar auf der Vier-Berge-Lauf-Route. Ein alter Kärntner Begriff steckt hinter seinem Namen, erklärt Gerda Berg: „Gredn sagt man in Oberkärnten zu einem Holzstapel; in Unterkärnten heißt er Tristn. Die Elemente dieses Rastplatzes sind eine großzügige Plattform, das Element der Gredn oder Tristn findet sich in dem großen Sitzmöbel und es gibt eine Durchblick-Wand oder Schutzwand gegen Wind.“ Die Durchblick-Fenster sollen den Blick der Wanderer auf das kleine Dörfchen Sörg richten.

Wanderer bei Rastplatz Pfausach Glantal
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Wanderer vor Gredn/Tristn, also einem Holzstapel

Ganz in der Nähe befindet sich der „Urlaub-am-Bauernhof-Betrieb“ von Familie Pirker. Sie bietet – nach Voranmeldung am Vortag – ein Jausenservice an und bringt bäuerliche Erzeugnisse zum Rastplatz.

Aussicht vom Lorenziberg aus genießen

Gestärkt geht es weiter entlang des Vier-Berge-Weitwanderweges auf den Lorenziberg. Dort gestaltete der Künstler Jochen Traar neben der Kirche zwei Sitzmöbel, ebenfalls aus gestapeltem Holz. „Dort gibt es den Blick über die Stadt St. Veit und auf die Burg Taggenbrunn, die Burg Hochosterwitz bis zur Saualm. Das Panorama ist gewaltig“, sagt Gerda Berg.

Blick von Burg Glanegg ins Glantal
ORF/Iris Hofmeister
Blick von Burg Glanegg ins Glantal

Sitzmöbel mit Zinnen vor Burg Glanegg

Vor den Toren der Burg Glanegg, der drittgrößten Wehranlage Kärntens, wurden vier Sitzmöbel aus geflämmtem Nockholz aufgestellt. Sie gehen auf den Entwurf des Künstlers Nino Strohecker zurück: „Er hat das Holz thermisch behandelt, so ist es ein bisschen dunkler geworden. Es ist so resistenter gegen Verwitterung und Schädlinge. Das sind ganz massive Möbel, weil sie ja beim Burgeingang, vor ganz hohen Mauern, stehen. Sie sind so gestaltet, als ob sie Zinnen hätten. Es lohnt sich, sich das einmal anzuschauen.“

Rastplatz mit Zinnen vor Burg Glanegg
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Aussichtsplatz vor der Burg Glanegg

Auf dem Kitzelberg rastet man „Wie auf Wolke sieben“

In der kleinen Ortschaft Gall bei St. Urban bietet der Aussichtsplatz einen Blick auf die Karawanken und in der Gemeinde Steuerberg – ober der Ortschaft Wachsenberg – befindet sich auf dem Kitzelberg eine kleine Kapelle, wo der Kärntner Künstler Thomas Hoke seinen Rastplatz „Wie auf Wolke sieben“ gestaltete: „Da gibt es wolkenförmige Rastplateaus, wo man sitzen, liegen und rasten und den Wolken zuschauen kann.“

Als besonderer Hingucker gilt eine Windharfe, sagt Berg: „Bei leichter Windbewegung hört man so ganz entspannende Windharfenklänge.“