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Wirtschaft

Neue Modelle für Kurzarbeit

Mit Ende Juni wird die Kurzarbeit in weiteren Betrieben auslaufen, einige werden aber verlängern und eines der neuen Modelle in Anspruch nehmen. Es gibt ein Modell mit einem Selbstbehalt für Firmen und ein Modell für Branchen, die von der Pandemie schwer getroffen wurden.

Auf dem Höhepunkt der Krise meldeten in Kärnten 6.700 Betriebe etwa 72.000 Menschen zur Kurzarbeit an. Ein Jahr später hatten noch 2.600 Betriebe etwa 14.500 Menschen in Kurzarbeit. Das bedeutet einen massiven Rückgang von 58 Prozent bei den Betrieben und 81 Prozent bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Insgesamt wurden in Kärnten bisher 320 Millionen Euro für die Kurzarbeit ausgegeben. Ohne Kurzarbeit kaum kaum ein größeres Unternehmen im Land durch die Krise. Nun gibt es neue Modelle.

Beim Modell für Branchen, die von der Pandemie hart getroffen wurden, muss ein größerer Umsatzeinbruch nachgewiesen werden, sagte der Leiter des AMS Kärnten, Peter Wedenig. Beim ersten Modell gibt es nur zwei Änderungen. Die Mindestarbeitszeit muss auf 50 Prozent erhöht werden und es gibt einen Abschlag der Betriebe, sagte Wedenig.

Modell wird verschärft

Im Grunde gehe es darum, dass das Kurzarbeitsmodell etwas verschärft wird und das sei auch gut so, sagte Wedenig. Er sehe, dass das Modell in der jetzigen Phase und mit den Entwicklungen am Arbeitsmarkt, nicht mehr das Modell sein kann, das es einmal war.

Es sei etwas schwer abzuschätzen, wie groß die Inanspruchnahme sein wird. Fakt sei aber, dass die Zahlen, die man bereits hatte, bei weitem nicht erreichen werden, sagte Wedenig. Es sei aber gut, dass es dieses System weiterhin geben wird.

Kaum Missbrauch bei Kurzarbeit

Das ganze Modell werde grundsätzlich immer genau geprüft und es gebe wenige Fälle, wo es Missbrauch gebe und diese wurden auch geahndet. In Kärnten gab es nur einen Fall, der auch vor Gericht gelandet ist, mehr dazu in Finanzpolizei: System Kurzarbeit betrugsanfällig.

Wedenig sagte, dass man zur Zeit in einer Phase sei, in der sich die Konjunktur gut erholt, die Arbeitslosenzahlen zurückgehen und es viele offene Stellen gibt. Deshalb befürchte er nicht, dass es nach dem Auslaufen des Kurzarbeitmodells zu Kündigungswellen kommen werde. Wedenig denke, dass genau das Gegenteil der Fall sein wird. Es werden Arbeitskräfte gebraucht und die Auftragsbücher seien in allen Branchen gut gefüllt.