Rotlicht bei Eisenbahnkreuzung
ÖBB/Christopher Seif
ÖBB/Christopher Seif
Verkehr

Immer weniger Eisenbahnkreuzungen

Vor allem auf unbeschrankten Bahnübergängen passieren immer wieder schwere Unfälle. Österreichweit gab es im Vorjahr zwölf tödliche Unfälle, einer davon in Kärnten. Die ÖBB lassen immer mehr Eisenbahnkreuzungen auf.

Anlässlich des Tags der sicheren Eisenbahnkreuzungen eine Bilanz: Insgesamt gab es im Vorjahr auf den Kärntner Eisenbahnkreuzungen fünf Zusammenstöße zwischen einem Zug und einem Verkehrsteilnehmer. Vor fünf Jahren waren es noch neun solcher Unfälle, vor zehn Jahren zwölf.

Berücksichtigt muss bei dieser Statistik aber werden, dass der Verkehr im Vorjahr während der Covid-Pandemie insgesamt deutlich zurückging. Dennoch sind die Unfallzahlen über mehrere Jahre gesehen generell rückläufig.

Zahl der Bahnkreuzungen halbiert

Für den Rückgang bei den Bahnunfällen gibt es mehrere Gründe, heißt es von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). In den letzten Jahren seien zahlreiche unbeschrankte Bahnübergänge mit Schrankenanlagen sicherer gemacht worden. Außerdem würden immer mehr Kreuzungen mit Rotlichtanlagen auch mit Radargeräten überwacht. Alleine in Kärnten gibt es schon 15 solcher „Radarblitzer“.

Die ÖBB reduzieren auch ständig die Anzahl der Eisenbahnkreuzungen. So seien zahlreiche Übergänge aufgelassen oder durch Über- oder Unterführungen ersetzt worden, sagte ÖBB-Sprecherin Rosanna Zernatto-Peschel: „Die Zahl der Eisenbahnkreuzungen haben wir in den letzten 20 Jahren von 6.000 auf 3.000 in Österreich halbiert. In Kärnten haben wir im vergangenen Jahr allein zwischen Bleiburg und Klagenfurt fünf Kreuzungen aufgelassen.“

Weitere Bahnübergänge sollen wegfallen

Dieser Trend soll auch in den nächsten Jahren fortgesetzt werden, sagte die ÖBB-Sprecherin, vor allem entlang der neuen Koralmbahn, aber auch entlang der Verbindung zwischen Klagenfurt und dem Rosental. Dort werden durch die Elektrifizierung der Bahnstrecke viele Übergänge wegfallen.

Den einzigen Todesfall im Vorjahr in Kärnten gab es beim Bahnübergang St. Paul im Lavanttal. Auf diesem Übergang kam es zuletzt immer wieder zu Unfällen. Deshalb wurden auch Rüttelschwellen und ein Rotlichtblitzer angebracht. Mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn soll dieser Übergang aufgelassen werden.

Häufigste Unfallursache ist Unachtsamkeit

Trotz all dieser Maßnahmen seien dennoch fast alle Unfälle auf mangelnde Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer zurückzuführen oder auf die tägliche Gewohnheit und daraus resultierender Unachtsamkeit. Übrigens: Sollte man auf den Gleisen mit seinem Fahrzeug zwischen den Schranken eingesperrt sein, dann hilft nur Gas geben. Die Schrankenbäume sind so konstruiert, dass sie beim Durchfahren nachgeben.