Labor zur Auswertung von Tests
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Kärnten impft

CoV-positiv trotz Impfung

Dass jemand gegen CoV geimpft wurde und trotzdem ein positives Testergebnis hat ist sehr selten, kommt aber vor. Keine Impfung schützt zu 100 Prozent vor Ansteckung, allerdings vor schwerer Erkrankung und Todesfall.

Bis zu 800 PCR Tests werden in den Labors des Klinikum Klagenfurt pro Tag ausgewertet. Am Anfang der Pandemie waren es maximal 50 Tests weil noch das Know-How und die technische Ausrüstung fehlten. Es komme vor, dass hier Menschen positiv getestet werden, die geimpft oder genesen sind. Die Impfung trainiert das Immunsystem darauf, das Coronavirus zu erkennen und schnell abzuwehren.

Sabine Sussitz Rack ist Vorständin für Labordiagnostik und Mikrobiologie
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Sabine Sussitz-Rack

Sie schützt nicht in erster Linie vor einer Infektion, sondern laut Studien zu fast 100 Prozent vor einer schweren Erkrankung und Tod, sagte Sabine Sussitz-Rack, die Vorständin der Labordiagnostik und Mikrobiologie am Klinikum Klagenfurt: „Meistens ist es so, dass die Zeitspanne nur ganz kurz ist. Bei einer Kontrolluntersuchung sind dann meistens keine Viren mehr nachweisbar oder so wenig, dass man nicht infektiös ist.“

Kärnten impft Positiv trotz Impfung

Doppelinfektion möglich

Auch wenn man eine Infektion durchmachte, könnte ein Test positiv sein. Die Wahrscheinlichkeit sei gering, so Sussitz-Rack, aber es sei möglich. Es gebe einzelne Personen, die zweimal erkranken können. Das sei ähnlich wie bei einer Influenza, da sei das auch möglich. Es hänge wohl auch mit einer Mutation zusammen. Je unterschiedlicher die Mutation von der Ursprungsvariante sei, desto wahrscheinlicher sei eine Re-Infektion.

Wenn man auf eine Impfung nicht merkbar reagiere, werden trotzdem Antikörper gebildet. Das Immunsystem altere, so Sussitz-Rack, je älter der Mensch sei, desto schlechter reagiere das Immunsystem. Die Impfung wirke aber trotzdem, das sehe man an den geringen Infektionszahlen unter der älteren, schon geimpften Bevölkerung.

Suche nach Mutationen

Besonders geforscht wird nach Varianten von SARS-CoV-2. Jede Probe wird analysiert, um zu sehen, welche Virusvarianten auf dem Vormarsch sind. Fest steht, dass die Mutationen überhand nahmen. Die Wildvariante vom Vorjahr wird kaum mehr nachgewiesen. Sie wurde verdrängt von der als erstes in England nachgewiesenen Alpha-Variante (B.1.1.7) und mittlerweile der in Indien zuerst nachgewiesenen Delta-Variante (B.1.617.2), die aktuell droht, eine dritte Welle in Großbritannien auszulösen.