Blick auf die Stadt Villach im Sommer
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Politik

Protest gegen Bauprojekt in Villach

In der Villacher Stadtregierung und im Gemeinderat sorgt die geplante Umwidmung einer Wiese an der Tiroler Straße für ein Wohnbauprojekt für Zwist. Anrainer wollen den Beschluss am kommenden Freitag noch verhindern. Unterstützt werden sie von der Partei „Verantwortung Erde“.

Die Wiese beim Kreisverkehr in der Tiroler Straße ist knapp 18.000 Quadratmeter groß. Hier sollen ein Supermarkt und hundert neue Wohnungen entstehen. Grünes Licht für die nötige Umwidmung gab es noch von der alten Stadtregierung, jetzt braucht es dafür das die Zustimmung des neu gewählten Gemeinderates.

Verantwortung Erde: Es gibt genügend Wohnungen

Eine Bürgerinitative will das Projekt noch in letzter Minute verhindern. Sie verweist auf 800 Protestunterschriften und kündigte für Freitag eine Demonstration vor dem Gemeinderatssaal an. Unterstützung kommt vom neuen Stadtrat der Partei Verantwortung Erde, Gerald Dobernig: „Wir setzen uns regelmäßig, aktiv für den Erhalt von Naturräumen ein. Aber dieses Projekt in der Tiroler Straße ist schon ein ganz besonderes, weil bei kaum einem anderen Projekt so klar aufzeigbar ist, dass die Verwertungsinteressen klar am Bedarf der Menschen vorbei gehen und dass es zum größten Teil nur darum geht, billiges Geld, schnell in Betongeld zu verwandeln.“ In Villach gebe es auch so genügend Wohnungen und Supermärkte, argumentiert Dobernig.

SPÖ: Viele Änderungswünsche berücksichtigt

Anders sieht das der Villacher Baustadtrat Harald Sobe (SPÖ): „Anliegend an dieses Projekt sind 80 Hektar Schutzgebiet in unmittelbarer Nähe, also kann hinaus weiter nichts mehr passieren. Wir wollen einfach in Stadtnähe – und das ist Stadtnähe – letztendlich natürlich das eine oder andere an Bauten zulassen, weil wir natürlich einen sehr, sehr großen Zuzug haben, auf den wir auch stolz sind.“

Sobe sagt weites, der Bauträger habe bereits viele Änderungswünsche der Anrainer berücksichtigt. So komme der Supermarkt nicht auf die grüne Wiese, sondern in das Erdgeschoß eines Wohnhauses. Außerdem seien alle Berufungen vom Magistrat abgearbeitet worden. Maximal dreieinhalb Stockwerke – allerdings zum Teil auf Hügeln – seien nun erlaubt.

Die SPÖ hat im Villacher Gemeinderat die absolute Mehrheit. Stadtrat Sobe rechnet mit dem Ja von zwei Drittel der Gemeinderäte. Dobernig hofft hingegen auf möglichst viele Nein-Stimmen.