Photovoltaikanlage Hausdach
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Chronik

Warnanlage für zu feuchte Dächer

Auf Flachdächern mit Photovoltaik-Anlagen kann sich durch Schattenflächen Feuchtigkeit stauen, dann kann es teuer werden. Eine Klagenfurter Dachdeckerfirma stellte dem Lakesidepark umfassende Daten von Versuchsflächen zur Verfügung. Nun wird ein Feuchtigkeits-Warnsystem entwickelt.

Seit 2013 werden bei Fleischmann und Petschnig in Klagenfurt auf firmeneigenen Dach-Versuchsflächen Daten aufgezeichnet – von der Feuchtigkeit bis hin zur Temperatur – um Rückschlüsse ziehen zu können, welchen Einfluss Photovoltaikanlagen auf die Dachbeschaffenheit haben. Das Problem dabei sind die Schattenflächen, die durch die Montage entstehen. Vor allem bei Flachdächern sorgt das für lang anhaltende Feuchtigkeit.

Solarpannele Hausdach Solaranlage Photovoltaikalage
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Unter Schattenflächen von Photovoltaikanlagen staut sich oft Feuchtigkeit

Diagnosesoftware gibt Aufschluss über Dachzustand

Firmenchef Otmar Petschnig will in spätestens eineinhalb Jahren der Forschung eine serienreife Warnanlage auf den Markt bringen, die es dem Hausbesitzer möglich macht, über den Feuchtezustand seines Daches ständig informiert zu werden. Es soll eine Diagnosesoftware entstehen, die für alle möglichen Dachaufbauten herangezogen werden kann.

Othmar Petschnig
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Otmar Petschnig

„Derzeit werden 18 Arten mit verschiedenen Dämmungen zueinander kalibriert. Es sollen wissenschaftliche Aussagen darüber gewonnen werden, wie viel Feuchtigkeit sie vertragen, wann sie noch rückzutrocknen oder wann sie letztendlich zu entsorgen sind“, so Petschnig.

Der Bau sei in dieser Branche mit dem höchsten Anfall von zu entsorgenden Stoffen verbunden. Das belaste auch die CO2-Bilanz: „Um das zu verhindern, kann eine Messung ganz klare Aussagen darüber geben, wie lange Konstruktionen verwendet werden können.“

Bewachsenes Hausdach mit Messanlage
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Messstation auf Hausdach

Forscher erarbeiten Vergleichsdaten für Prognosen

Die Rohdaten der Dachdeckerfirma in Klagenfurt werden von Informatikern und Mathematikern des Innovationszentrums Fraunhofer Austria in Klagenfurt ausgewertet.

Besprechung im Innovationszentrum Fraunhofer Austria
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Expertenaustausch im Innovationszentrum Austria

In etwas mehr als einem Jahr wollen die Forscher zuverlässige Prognosen erstellen können, ob und wann Photovoltaik-Anlagen auf Hausdächern Schäden anrichten können, sagt Eva Eggeling von Fraunhofer Austria. In Zukunft soll aus den gewonnenen Daten abgeleitet werden können, ob ein Dach tatsächlich zurücktrocknet, ob es immer feuchter werde oder ob es „absäuft“.

Eva Eggeling Innovationszentrum Fraunhofer Austria
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Eva Eggeling von Fraunhofer Austria

Es gehe darum, frühzeitig reagieren zu können, um zu vermeiden, dass das Dach aufwendig saniert oder gar abgerissen werden müsse.