Umspannwerk Fürnitz
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Wirtschaft

Unter Spannung: Umspannwerk am Netz

Das neue Umspannwerk Villach Süd von Austrian Power Grid (APG) und KNG-Kärnten Netz GmbH (KNG) steht seit Donnerstag vollständig unter Spannung. Die neue Anlage nahe Fürnitz ist sowohl an das regionale 110-kV-Netz der KNG, als auch an das österreichweite Netz der APG angeschlossen.

Sämtliche Bauarbeiten und sicherheitstechnischen Überprüfungen für das neue 220/110-kV-Umspannwerk sind jetzt abgeschlossen. Die Projektleiter Gernot Kowatsch (KNG) und Wolfgang Ranninger (APG) sind sich darin einig, dass es sich um einen „Meilenstein für die Kärntner Stromversorgung“ handelt. „Das Umspannwerk Villach Süd und die neue 110-kV-Verbindung zum Umspannwerk Landskron erhöhen die Versorgungssicherheit im Großraum Villach und damit auch im gesamten Bundesland Kärnten.“

Der sichere Betrieb des Umspannwerks müsse von der ersten Sekunde an gewährleistet sein. „In den vergangenen Monaten haben wir jede einzelne Steuerungskomponente, jede Schutzfunktion und jede Gefahrenmeldung genauestens überprüft,“ berichten Kowatsch und Ranninger. Hochgefahren wurde das Umspannwerk mit einem Generator im nahegelegenen Kraftwerk Rosegg, es sei nun voll funktionsfähig.

„Dritter Knoten“ stärke Wirtschaftsstandort Kärnten

Bisher gab es in Kärnten zwei solche 220/110-kV-Knotenpunkte: die APG-Umspannwerke Malta im Mölltal und Obersielach bei Völkermarkt. „Mit der Anlage in Fürnitz gibt es in Kärnten einen dritten Knoten zwischen dem österreichweiten 220-kV-Stromtransportnetz der APG und dem 110-kV-Landesverteilnetz der KNG", so Ranninger und Kowatsch. Die Stromversorgung aller Kunden im Großraum Villach und darüber hinaus werde damit „für die nächsten Jahrzehnte abgesichert und der Wirtschaftsstandort gestärkt“.

80 Millionen Euro für die Strom-Infrastruktur

APG hat den 220-kV-Teil der Anlage errichtet. Dazu gehören die 220-kV-Schaltanlage sowie zwei 220/110-kV-Großtransformatoren. 30 Millionen Euro hat der Netzbetreiber in das Gemeinschaftsprojekt investiert. Projektpartner KNG investierte für die neue 110-kV-Anlage rund 50 Millionen Euro. Die Bauzeit für das neue Umspannwerk betrug ab Spatenstich im Herbst 2018 zweieinhalb Jahre, zwischenzeitlich coronabedingte Verzögerungen holten die Bauherren wieder auf.

Zuletzt errichtete APG Ende Februar an nur einem Wochenende zeitgleich zwei neue, 45 Meter hohe Masten, um das Umspannwerk an das österreichweite Höchstspannungsstromnetz anzubinden. Vom neuen Umspannwerk führt eine neu errichtete 110-kV-Doppelleitung der KNG zum Umspannwerk Landskron. Auch die bestehende 110-kV-Leitung von Villach nach Hermagor wurde in das neue Umspannwerk eingebunden.

Stromleitungen und Trassen
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Bindeglied zwischen den Netzen von APG und KNG sind zwei hochmoderne, bereits im September gelieferte 220/110-kV-Trafos. Sie verbinden die unterschiedlichen Spannungsebenen miteinander. Installation, Montage und Funktionstests dauerten etwa sechs Monate.