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CoV-Impfung bei 260 Impfärzten möglich

Land Kärnten und Ärztekammer haben eine Vereinbarung getroffen, wonach ab Samstag auch bei niedergelassenen Ärzten gegen CoV geimpft werden kann. Kärnten ist damit Vorreiter. Termine sind mit den Ärzten direkt zu vereinbaren, sie folgen aber der Verordnung zur Impfreihenfolge.

Gegen das Coronavirus kann man sich bereits in den nächsten Tagen auch bei 260 Kärntner Impfärztinnen und Impfärzten aus dem niedergelassenen Bereich kostenfrei impfen lassen. Kärnten ist das erste Bundesland, das so eine Kooperation in dieser Form umsetzt, hieß es in einer Aussendung des Landes.

Impfung bei niedergelassenen Ärzten möglich

Die Impfung gegen das Coronavirus ist nun auch bei 260 niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten in Kärnten möglich. Dazu gibt es nun eine entsprechende Vereinbarung zwischen Land Kärnten und der Kärntner Ärztekammer.

Die Impfärztinnen und Impfärzte vergeben die Termine selbst und gehen dabei, so wie auch das Land, nach den Vorgaben des Bundes bzw. des Nationalen Impfgremiums vor, so Landeshauptmann Peter Kaiser und Gesundheitsreferentin Beate Prettner (beide SPÖ). Durch die Anlieferung von deutlich mehr Impfstoffen könne nun auch im niedergelassenen Bereich geimpft und die Impfabwicklung weiter beschleunigt werden, so Prettner.

Impfen streng nach Vorgaben

Dennoch ist der Coronavirus-Impfstoff nach wie vor ein rares Gut. 30 Impfdosen pro teilnehmendem Arzt werden ausgegeben. Geht man sorgsam damit um, dann können 31 Patienten geimpft werden. Es handelt sich dabei um den AstraZeneca-Impfstoff. Die Auflage lautet: streng nach den Impfvorgaben des Bundes zu impfen, sagt der Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte in der Ärztekammer, Wilhelm Kerber. „Natürlich kann man das überprüfen, jede Impfung wird ja in Echtzeit im elektronischen System registriert. Hier hat man die eine Überprüfungsmöglichkeit und eine sekundäre gibt es noch über die Abrechnung, die über die Österreichische Gebietskrankenkasse erfolgt.“

Coronavirus-Impfstoff von AstraZeneca
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Die Ärzte verständigen üblicherweise selbst ihre Risikopatienten, führen ihre eigenen Listen und bewerten sie nach den Vorgaben des Bundes. Wer anruft und insistiert, kommt deshalb nicht schneller dran, sagt Kerber. Die Kritik, dass die Ärzte nur deshalb impfen wollen, weil sie damit gut verdienen, weist Kerber zurück.

„Vom Verdienst her ist das Impfen in diesem Bereich nicht sehr interessant. Sie müssen bedenken, die Logistik muss vom Arzt bewältigt werden, natürlich auch die Aufklärung, die Dokumentation und die Wartezeit, sie müssen ja die Schutzmaßnahmen einhalten. Das macht also einen gewissen Aufwand und mit dem bisherigen Tarif ist es sicher keine erheblicher Zusatzverdienst.“ 25 Euro für die Erstimpfung, 20 für die Zweitimpfung bekommen die Ärzte von der Österreichischen Gesundheitskasse.

Anmeldung direkt beim Arzt

Für einen Impftermin bei einem Impfarzt muss man sich nicht auf der Landesplattform vormerken, weil die Ärzte ihr eigenes System bedienen wollen. Man kann sich dafür also direkt an die Ärztin oder den Arzt wenden. Der Impfstoff von AstraZeneca wird über das Land Kärnten zur Verfügung gestellt. Bestellungen durch die Impfärztinnen und Impfärzte sind bereits möglich. Ist man bereits bei der Plattform angemeldet, sollte man den Termin nehmen, den man früher bekomme, so der Coronavirus-Koordinator des Landes, Gerd Kurath.

Zwar stehe derzeit noch wenig Impfstoff zur Verfügung, aber die Liefermengen steigen stetig. Laut dem Land sollen gegen Ostern wieder größere Mengen angeliefert werden. Koordiniert wird die Zuteilung der Impfstoffmenge an die Impfärztinnen und Impfärzte von den Impfkoordinatoren der niedergelassenen Kurie. Die ersten Impfungen im niedergelassenen Bereich sollten schon am Samstag möglich sein. Somit wäre auch der Impfstart für Menschen über 65 Jahre und für die Hochrisikogruppe gegeben, heißt es in der Aussendung des Landes.

Die praktische Ärztin Maria Korak-Leitner im Gespräch mit einem Patienten
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Die praktische Ärztin Maria Korak-Leiter im Gespräch mit einem Patienten

Mehr als 100 Impf-Anmeldungen hat Maria Korak-Leiter, praktische Ärztin in Maria Rain schon. „Ich sage meinen Patienten auch immer wieder, dass sie auf der Impfplattform angemeldet bleiben sollen bzw. sich anmelden sollen, weil ich noch nicht sagen kann, wann sie einen Termin bekommen. Es laufen ja viele Impfkonzepte parallel, es gibt ja auch weiterhin Impfstraßen. Es werden die über 80-Jährigen geimpft, also diese Dinge müssen unbedingt Hand in Hand gehen. Das große Ziel ist, den Impfstoff möglichst schnell und gezielt an die Bevölkerung zu bringen, die es brauchen“, so Korak-Leiter.

Prioritäre Gruppen laut Verordnung

Laut Verordnung des Gesundheitsministers sind von den Impfärztinnen und Impfärzten im niedergelassenen Bereich prioritär folgende Personengruppen zu impfen: Personen ab Vollendung des 80. Lebensjahres; Menschen mit Behinderungen mit persönlicher Assistenz und deren persönliche Assistentinnen und Assistenten; Personen ab Vollendung des 65. Lebensjahres; Personen vor Vollendung des 65. Lebensjahres, sofern sie der Covid-19-Risikogruppe angehören.

Personen in 24-Stunden-Betreuung, deren Betreuerinnen und Betreuer sowie Personen, die mit ihnen im gemeinsamen Haushalt leben; Personen, die mit einer Schwangeren im gemeinsamen Haushalt leben. Darüber hinaus dürfen Impfungen auch an allen anderen krankenversicherten Personen bzw. deren anspruchsberechtigten Angehörigen durchgeführt werden, sofern ausreichend Impfstoff vorhanden ist und dieser nicht innerhalb der Haltbarkeitsfrist an Personen aus den oben genannten Gruppen verimpft werden könne.