Sanddünen mit blauem Himmel
Pixabay
Pixabay
Wetter

Saharastaub auf Reisen

Wetter kennt keine Grenzen und so geht in diesen Tagen auch Saharastaub auf Reisen. Er lässt den Himmel diesig oder milchig erscheinen. Einige Tonnen befinden sich in der Luft. Mit einer leichten Störung ab Samstag ist der Spuk dann wieder vorbei.

Die Sahara liegt seit Tagen unter einer Dunstglocke aus Sandstürmen. An der Vorderseite eines Tiefs über Portugal und Spanien wird der feine Staub in der Wüste aufgewirbelt geht dann auf Reisen, so Paul Rainer von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Klagenfurt: „Der Staub kommt mit dem starken Wind in die Höhe und wird in immer größere Höhen getragen. Mit der aktuellen Südströmung kommt er bis Mitteleuropa herauf.“

Saharastaub färbt den Himmel gelblich ein
ORF/Nadja Kopeinig
Saharastaub färbte Dienstagmittag den Himmel über den Karawanken gelblich ein

Über Frankreich und Deutschland nach Kärnten

Die Hauptreiseroute führt aktuell über Sardinien und Korsika weiter nach Frankreich und Deutschland. Ausweichrouten bringen den Saharastaub aber auch nach Kärnten. Für den Transport der Menge würde man mehr als nur einen Schwertransporter brauchen, so Rainer: „Ich habe mir ausgerechnet, dass die geringe Menge von zehn Mikrogramm pro Quadratmeter, die wir vielleicht erwarten könne, auf einen Quadratkilometer zehn Kilogramm bedeuten würde. Wenn man berechnet, dass Kärnten rund 10.000 Quadratkilometer hat, kommen einige Tonnen zusammen.“

Kommt nicht alle Tage vor

Ein Sandstrand am hauseigenen Pool wird sich so schnell aber trotzdem nicht ausgehen. Die Wetterlage für so ein Naturschauspiel muss schon sehr speziell sein und kommt nicht alle Tage vor. Rainer sagte, von Nordafrika bis Mitteleuropa brauche es eine Südströmung und unten die starken Stürme, die den Staub aufwirbeln. Wenn es dann noch Gewitter gebe, komme der Staub am effektivsten in größere Höhen. Die größten Konzentrationen dürfen in 4.000 bis 7.000 Metern vorherrschen.

Leicht Abkühlung ab Samstag

Stimmen die aktuellen Berechnungen der Computermodelle, wird sich der Saharastaub spätestens in der Nacht auf Samstag wieder aus dem Staub machen: „Ab Samstag sollte eine leichte Abkühlung stattfinden. Eine schwache Kaltfront wird von Nordwesten durchziehen, die sollte etwas kühlere Luft bringen. Eine ganz markante Abkühlung ist aber nicht in Sicht“, so Rainer.