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Wirtschaft

Veranstaltungsbranche fürchtet um Umsatzersatz

Vertreter der Veranstaltungsbranche, wie Agenturen oder Veranstalter, kritisieren die neu festgelegten Voraussetzungen für den Erhalt eines Umsatzersatzes als für ihre Branche nicht nachweisbar. Das Finanzministerium versetze damit vielen Betrieben den Todesstoß, heißt es aus der Wirschaftskammer (WK) Kärnten.

Zur Veranstaltungsbranche gehören unter anderem Agenturen, Beleuchter und Beschaller, Videotechnik, Veranstaltungsstätten, Event Catering, Zeltunternehmer, Dekorateure oder Hochzeitsplaner. Die Veranstalter hätten seit März Umsatzeinbußen von 80 bis 90 Prozent zu verzeichnen, hieß es aus der WK.

Derzeit keine Geschäfte mit üblichen Partnern möglich

Markus Polka von der Wirschaftskammer Kärnten kritisierte, dass viele Betriebe die Voraussetzungen für den Erhalt eines Umsatzersatzes einfach nicht erfüllen könnten. „In dieser Richtlinie steht, dass man 40 Prozent Umsatzeinbruch und 50 Prozent der Umsätze mit direkt betroffenen – also geschlossenen – Betrieben nachweisen muss und das können die Betriebe aus der Veranstaltungsbranche einfach nicht nachweisen.“

Denn die Zulieferer in der Eventbranche würden lediglich 20 bis 30 Prozent ihres Umsatz mit derzeit geschlossenen Betrieben wie Konzert-, Messe- oder Sportveranstaltern machen, sagte Polka. 70 bis 80 Prozent der Umsätze werden mit Firmen, Vereinen oder Institutionen gemacht. Die dürfen derzeit zwar offen haben, dürfen aber keine Veranstaltungen abhalten. Daher seien die Richtlinien für einen Umsatzersatz, ähnlich der Gastronomie, nicht erfüllbar.

WK verlangt Nachverhandlungen

Für Eventagenturen, Dekorateure oder Konzertplaner werden es eng, sagte Polka. „Wenn sich da nichts ändert, wird es für sehr viele ‚no show‘ heißen und dann wird der letzte Vorhang fallen.“ Damit das nicht eintritt, verlangt die Wirtschaftskammer Nachverhandlungen zu den neuen Richtlinien. Immerhin seien in der Eventbranche österreichweit 250.000 Menschen beschäftigt, viele von ihnen sind derzeit arbeitslos gemeldet.