Handwerksmuseum Baldramsdorf von außen
ORF/Petra Haas
ORF/Petra Haas
„Kennst du Kärnten“

Kleiner Ort mit vielen Sehenswürdikgeiten

Baldramsdorf ist ein kleiner Ort mit knapp 1.900 Einwohnern im Drautal in Oberkärnten. Geschichtlich und an Sehenswürdigkeiten hat er aber viel zu bieten. Schon 1166 wurde der Ort urkundlich erwähnt, der eng mit dem Adelsgeschlecht der Ortenburger verbunden ist.

Baldramsdorf liegt am südlichen Zipfel des Lurnfeldes, gut behütet am Fuße des mächtigen Goldecks. Man blickt dort stolz auf eine lange Geschichte zurück: 1166 wurde Baldramsdorf erstmals urkundlich erwähnt. Die Burg der Ortenburger Herrscher steht noch heute als Zeitzeugin in der Gemeinde, so Kärnten Guide Sigrid Gauster: „Vor ca. 900 Jahren erbaut war sie einst Stammsitz der Grafen von Ortenburg, die von hier aus über Kärnten und Krain herrschten. Sie waren auch die Gründer des Spittls 1191 in Spittal.“

Ruine Ortenburg in Baldramsdorf
Das Schloss Ortenburg ist heute ein Ruine

Mit dem Bau der Schlosses Porcia in Spittal verlor die Burg allerdings an Bedeutung und verfiel zur Ruine. Im Paternschloss in Unterhaus, am Fuße des alten Schlosses, befindet sich heute das Handwerksmuseum.

Handwerksmuseum Baldramsdorf von außen
ORF/Petra Haas
Das „Paternschloss“ war zwischendurch ein Kloster und ist heute ein Museum

Sehenswerte Kirchenkunst

Aber das ist nicht die einzige Sehenswürdigkeit in Baldramsdorf, sagte Gauster. Auch die Kirche St. Lambert am Lampersberg, die ebenfalls zur Gemeinde gehört, ist ein wahres Schmuckstück: „Ca. eine Stunde zu Fuß von Rosenheim entfernt erreicht man über dien Forstweg die Kapelle. Zweimal im Jahr erwacht der einsame Kapellenbau mit der herrlichen Aussicht über das Drautal aus der beschaulichen Ruhe, wenn Gottesdienste stattfinden.“

Die spätgotische Kirche wurde ca. 1500 erbaut und hat im Inneren eine Besonderheit, die es so nur mehr ganz selten gibt, so Gauser. Es geht um die Deckenmalerei, für die Schablonen verwendet wurden. Aus verschieden breiten Brettern habe man eine Flachdecke gezimmert. Diese sei tapenartig mit einer farbenfrohen spätgotischen Schablonenmalerei überzogen sei.

Campanile in Kärnten

Auch der barocke Hochaltar mit der Statue des heiligen Lambert im Lambertikircherl auf rund 900 Meter Seehöhe sei sehenswert, so Gauster. Ganz in der Nähe steht die Kirche St. Martin. Auch eine Besonderheit, die es hierzulande eher selten gibt: „Man ist überrascht über den westlich frei stehen Glockenturm, er gleicht einem Campanile.“

Kirche Sankt Martin in Baldramsdorf mit Campanile
Der Glockenturm steht bei der Kirche St. Martin frei

Zudem findet man auch an der Außenfassade beachtenswerte Kunst aus längst vergangener Zeiten. Gauster sagte, an der nördlichen Langhauswand der Kirche finde sich eine Wandmalerei des heiligen Christophorus aus dem Mittelalter. Auch das Fastentuch mit 39 Betfeldern sei beachtenswert.

Drau bildete Kirchengrenze

Auch die gleich in der Nähe vorbei fließende Drau spielt in Baldramsdorf geschichtlich eine große Rolle. Im 8. Jahrhundert habe Karl der Große die Drau als Diözesangrenze zwischen den beiden rivalisierenden Kirchenprovinzen des Patricharchts Aquilea im Süden und des Erzbistums Salzburg im Norden festgelegt. Was südlich der Drau lag, gehörte zu Aquilea.