Frau schreibt auf Laptop im Homeoffice
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Meistgeklickt 2020 auf kaernten.ORF.at

Wie jedes Jahr blicken wir auch im Internet zurück. Unter den zehn Beiträgen, die die Leser am meisten interessierten, waren die Top Drei ein Doppelmord in Wernberg im Juni, Heiligenblut unter Quarantäne im März und skurrile Strafen für CoV-Positive im Dezember.

Jänner: Hüttenwirtin schildert Begegnung mit Wolf

Die Bilder über eine angebliche Wolfssichtung bei Arnoldstein sorgten für Diskussion im Land. Hüttenwirtein Marion Pucher hatte das Tier im Skigebiet Dreiländereck auf einer Skipiste gesehen. Ihren Angaben zufolge habe es sogar geheult. Sie hielt das Tier eigenen Angaben zufolge für einen Hund. Weil er aber merkwürdig aussah und dann auch noch zu heulen begann, ist sie überzeugt, dass sie einen Wolf gesehen habe – mehr dazu in Hüttenwirtin schildert Begegnung mit Wolf

Wolf am Pistenrand
Privat
Das Foto des Wolfs

Februar: Urlauberin nicht am Coronavirus gestorben

Im Februar gab es Aufregung in Bad Kleinkirchheim. Ein Apartmenthaus wurde gesperrt, weil eine im Haus verstorbene italienische Urlauberin als Covid-Verdachtsfall galt. Der Ehemann der zweifachen Mutter hatte in der Nacht den Notarzt gerufen, weil seine Frau unter Kurzatmigkeit litt. Dieser konnte der Patientin aber nicht mehr helfen, sie starb. Weil bei dem Todesfall der Verdacht auf das Coronavirus nicht auszuschließen war, liefen die entsprechenden Maßnahmen an, das Haus wurde gesperrt und 17 Bewohner saßen bis zur Entwarnung fest – mehr dazu in Urlauberin nicht am Coronavirus gestorben.

Sperre nach Quarantäne von Heiligenblut wird geöffnet
ORF/Christof Glantschnig
Heiligenblut wurde wegen zwei positiver Fälle abgeriegelt

März: Heiligenblut unter Quarantäne

Dieser Beitrag landete in der Jahresstatistik auf Platz zwei. Am 14. März wurde der gesamt Ort Heiligenblut unter Quarantäne gestellt. Zwei Personen, die sich mit CoV-infizierten und drei Verdachtsfälle befinden sich in häuslicher Quarantäne. Die Verdachtsfälle hätten sich nicht bestätigt, hieß es am Nachmittag desselben Tage. Viele Urlauber verließen nach dem Vorbild der bereits isolierten Tiroler Regionen den Ort – mehr dazu in Heiligenblut unter Quarantäne.

April: Mann sprang aus brennender Wohnung in Tod

Am 13. April gab es in Klagenfurt-Feschnig Feueralarm. Im siebenten Stock eines Hochhauses war ein Feuer ausgebrochen. Der 49-jährige Bewohner der Wohnung sprang vom Balkon in die Tiefe und kam dabei ums Leben. Nachbarn hatten den Brand bemerkt und die Feuerwehr gerufen, die wenige Minuten später am Brandort war. Laut Einsatzkräften hatte der Mann massive Verbrennungen erlitten – mehr dazu Brennende Wohnung: Mann sprang in Tod.

Mai: Klagenfurter Feuerbach schlumpfblau

Für Aufregung sorgte im Mai ein plötzlich milchig-blau gewordener Bach. Entlang der Boltzmannstraße breitete sich das Gemisch vom „Russenbach“ in den Feuerbach und weiter in die Sattnitz aus. Auch die Sattnitz war über mehrere hundert Meter milchig blau. Später stellte sich heraus, dass die Verfärbung bei einer Firma entstand. Dort wird mit Zement gearbeitet, der mit Schwefelsäure neutralisiert wurde, wobei Gips entstand. Diese kann auch blau erscheinen, hieß es – mehr dazu in Klagenfurter Feuerbach schlumpfblau.

Bach färbte sich blau
APA/PRIVAT
Enten und Fische wurden nicht beeinträchtigt

Juni: 63-Jähriger tötete Ehefrau und Freundin

Dies war der meistgelesene Onlinebeitrag des Jahres 2020: Ein 63 Jahre alter Mann aus Wernberg erschlug am 6. Juni zuerst seine Ehefrau im gemeinsamen Wohnhaus in Wernberg mit einer Axt und erschoss dann eine Frau in Drobollach am Faaker See vor ihrer Arbeitsstelle. Danach flüchtete er nach Tarvis, wo er auf einem Parkplatz vor einem Restaurant Suizid beging – mehr dazu in 63-Jähriger tötete Ehefrau und Freundin. Das Motiv blieb im Dunkeln, die Polizei gab auch nicht bekannt, in welchem Verhältnis das zweite Mordopfer zum Ehepaar stand. Bekannt wurde, dass der Mann mehrmals schon aus dem Wohnhaus weggewiesen worden war.

Juli: Fuchs schlich in Hotel und biss Hotelgäste

Ein Fuchs schlichsich in der Nacht durch eine offene Terrassentür in ein Hotel auf dem Nassfeld in Hermagor und biss zunächst einen schlafenden Mann in den linken Fuß. Danach biss er auch einen zehn Jahre alten Buben in Ellenbogen und Fuß. Das Tier wurde verjagt, die beiden Gebissenen mussten gegen Tollwut geimpft werden – mehr dazu in Fuchs schlich in Hotel und biss Hotelgäste. Im August kam es in demselben Hotel wieder zu einem solchen Vorfall mit einem Fuchs, diesmal wurde ein Kleinkind gebissen. Der Hotelier versah die Türen im Erdgeschoß nun mit Fliegengittern.

Hotel Gartnerkofel Nassfeld
ORF
Der Fuchs schlich sich durch diese Terrassentüren

August: 80 Gäste einer Promiparty in Quarantäne

Nach einer Promiparty in einer Villacher Villa mussten 80 Personen in Quarantäne. Insgesamt acht Partygäste wurden infiziert, darunter auch ein Gastronom. Es war eine illustre Gästeschar, die sich während der Kirchtagswoche auf einer privaten Gartenparty in einer Villa in Villach getroffen hatte. Anwälte, Ex-Politiker, viele Unternehmer und auch Ärzte sollen betroffen gewesen sein – mehr dazu in 80 Gäste einer Promiparty in Quarantäne.

September: Bäuerin fing Steinadler mit Wanne ein

Am 17. September wurde die Polizei zu einem ungewöhnlichen Vorfall in das Alpengasthaus Himmelbauer in Obervellach gerufen. Ein Steinadler hatte ein Huhn gerissen und wurde von der Bäuerin kurzerhand mit einer Wanne eingefangen. Jagdaufseher Herbert Rud sagte gegenüber dem ORF Kärnten, die Wirtin habe die Zeit genutzt, als der Adler auf der geschlagenen Henne saß, unterstützt von ihren drei Kindern.

Sie stülpte eine Wanne über den Vogel und zog ihn bis zum leeren Hühnerkäfig, dort sperrte sie ihn ein, so Rud: „Ich bin gleich raufgefahren, der Adler ist sehr angriffslustig im Käfig gesessen und hat jeden attackiert, der sich dem Käfig genähert hat." Der beringte Vogel war zahm und wurde von seinem Besitzer nach Kontaktaufnahme abgeholt – mehr dazu in Bäuerin fing Steinadler mit Wanne ein.

Oktober: Tödlicher Unfall mit Rettungswagen

Bei einem schweren Unfall am 5. September kam eine Frau in ihrem Pkw ums Leben. Ein Rettungswagen im Einsatz war mit Folgetonhorn und Blaulicht in Wolfsberg unterwegs. An einer Kreuzung kam es zum Zusammenstoß mit dem Wagen der 52-jährigen Frau. Sie wurde im Fahrzeug eingeklemmt und starb noch am Unfallort. Sie dürfte von einem Supermarktparkplatz in die Straße eingebogen sein und den Rettungswagen übersehen haben – mehr dazu in Tödlicher Unfall mit Rettungswagen.

November: Haus flog bei Gasexplosion in die Luft

In einem Wochenendhaus in Bad Bleiberg-Nötsch ist es am Sonntag, dem 29. November zu einer Explosion gekommen. Der 47-jährige Hausbesitzer wurde schwer verletzt, das Holzhaus ist total zerstört. Der Villacher hatte versucht, im Keller bei eisigen Temperaturen einen Gasgriller zu starten, dabei trat Gas aus. Das Glück des Mannes war, dass er ins Freie geschleudert worden war. Er wurde schwer verletzt, schwebte aber nicht in Lebensgefahr – mehr dazu in Gasexplosion: Haus flog in die Luft.

Fotostrecke mit 5 Bildern

Zerstörtes Holzhaus
ORF
Das Haus wird abgerissen
FF Bad Bleiberg
Das Haus nach der Gasexplosion
FF Bad Bleiberg
Gasflaschen liegen vor dem Haus
FF Bad Bleiberg
Ein Bagger reißt das Haus ein
FF Bad Bleiberg

Dezember: Strafe fürs Zusammenleben bei positivem CoV-Test

Mehrere Kärntner bekamen Strafverfügungen von den Bezirkshauptmannschaften, weil sie trotz CoV-Infektion mit ihren Lebensgefährten, die im gemeinsamen Haushalt gemeldet sind, weiter zusammenleben. Die Daten stammen aus dem Contact-Tracing, laut Anwalt ist das verfassungswidrig. Das Land Kärnten sagt, man verlange vom Bund eine Änderung der Verordnung, der Bund sagt wiederum, das Land habe hier Spielraum. Sieben Fälle wurden seit der Berichterstattung bekannt, alle Strafen wurden von der Bezirskhauptmannschaft Hermagor ausgestellt – mehr dazu in CoV-positiv: Strafe fürs Zusammenleben. 300 Euro sollten die Betroffenen zahlen oder ersatzweise sechs Tage in Haft.