Makaken im Affenpark Landskron
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Tiere

Friede auf Affenberg eingekehrt

Auf dem Affenberg in Landskron am Ossiacher See hat sich im Frühling wegen eines Führungsvakuums eine Gruppe abgespalten und für Unfrieden gesorgt. Es musste ein separates Gehege gebaut werden. Durch geschickte menschliche Intervention kam die „Revolution“ zu einem friedlichen Ende.

Marco ist der größte und stärkste Makake in der 166 Tiere umfassenden Gruppe. Doch er ist nicht der geborene Anführer, sondern eher ein Muttersöhnchen. Somit ist Marco definitiv kein Mitglied der Revolutionsgruppe.

Affe Marko wird von seiner Mutter gelaust
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Der starke Marco lässt sich von seiner Mutter „lausen“, was aber nichts mit Läusen sondern Körperkontakt und Wohlbefinden zu tun hat

Die Gang vom Hügel

Anders ist es bei Lucky, Spooky und Paul, sie gehören zur neu gegründeten Hügel-Gang. Seit sich 25 Japan Makaken während des ersten Lockdowns im Frühling abspalteten, war es mit dem Frieden am Affenberg vorbei – mehr dazu in „Aufstand“ auf Affenberg.

Die alte Führungsgarde hatte sich zur Ruhe gesetzt, neue Anführer haben sich noch nicht herauskristallisiert.
Und auch bei den Affen gilt, eine instabile Führung führt zu Splittergruppen. Die Hügelgang kann sich nun zurückziehen, in einen neu abgetrennten Bereich mit mehreren Eingängen.

Das neue Gehege auf dem Affenberg
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Rückzug ist möglich, Kontakt aber auch. Besonders wichtig ist das in der Paarungszeit.

Gruppen weiblich dominiert

Lena Pflüger ist die Wissenschaftliche Leiterin auf dem Affenberg. Seit heuer ist der Affenberg Außenstelle der Universität Wien. Sie sagte, Japanmakakengruppen seien generell weiblich dominiert, bei der Subgruppe habe sich ergeben, dass die Weibchen stabil auf Rückzug seien, während die Männchen zwischen den Gruppen hin und herwandern, besonders in der Paarungszeit.

Wissenschaftlicher Leiterin am Affenberg ist Lena Pflüger
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Lena Pflüger ist wissenschaftliche Leiterin, das ganze Jahr über werden die Affen erforscht

Kommt Tierpfleger Hannes mit dem Futter, wird die eingerichtete Begegnungszone vor dem Gehege belagert, dann durchmischen sich die Gruppen wieder. Das neue Gehege ist etwa ein Hektar groß und umfasst ein Viertel des gesamten Affenberg Geländes.

Besitzerin des Affenbergs ist Svenja Glaubatz
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Svenja Glaubatz gehört der Affenberg, der im Sommer eine der beliebtesten Attraktionen Kärnten ist

Svenja Gaubatz, die Besitzerin des Affenbergs, sagte, sie sei erleichtert, dass man selbst diese Lösung gefunden habe. Denn niemand könne einen beraten. Man könne mit Experten in der ganzen Welt sprechen, aber letztendlich sei es die eigene Lösung. Es sei eine „unheimliche Erleichterung“, dass die Affen die Lösung annehmen.

Affen nähern sich wieder an

Interessant ist, dass bei den Verhaltensforschungen nun festgestellt wird, dass sich immer mehr Affen der Hügelgang wieder bei der Hauptgruppe anbiedern. Somit kann als Fazit gezogen werden, dass die Affenrevolution in Landskron durch geschickte menschliche Manöver im Keim erstickt wurde.