Politik

Spitäler investieren trotz Krise

Die Coronavirus-Krise stellt Krankenanstalten-Betriebsgesellschaft (KABEG) nicht nur vor große personelle Probleme, sondern auch finanzielle Herausforderungen. Das Land sprang ein, dennoch will man investieren, mehr Personal einstellen und ein viertes Strahlentherapiegerät kaufen.

Viele Einnahmen entfallen wegen der Wirtschaftskrise und reißen ein Millionenloch in die Finanzen. Um ein ausgeglichenes Budget für das kommende Jahr vorzuweisen, musste das Land einspringen. Doch trotzdem sei es alles andere als ein Sparbudget, das am Donnerstag in der KAEB-Aufsichtsratssitzung via Nachtragsvoranschlag beschlossen wurde.

Gesundheitsreferentin Beate Prettner
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Beate Prettner bei der Pressekonferenz am Freitag

Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ) sagte, obwohl man eine Krise habe und finanzielle Herausforderungen im Land und den Gemeinden zu stemmen haben, gebe es ein klares Bekenntnis zu den Gesundheitseinrichtungen. Das Budget sichere den laufenden Betrieb ab, wichtig sei aber auch, dass man sicherstellen könne, im nächsten Jahr Personal aufzunehmen.

108 Mitarbeiter werden eingestellt

Der Nettogebarungsabgang der KABEG darf künftig 3,2 statt bisher 1,9 Prozent betragen. Für 2021 wurde der Nettogebarungsabgang mit dem Landesvoranschlag auf 277 Millionen Euro begrenzt. 108 neue Dienstposten werden geschaffen, wie im Stellenplan vereinbart. Darin enthalten sind rund 60 neue Pflegekräfte und 30 neue Ärzte. Damit erreicht die Zahl der Ärzte im Klinikum einen historischen Höchststand von 1.000.

Für die kommenden drei Jahre wurde auch ein Investitionsfinanzierungsvertrag abgeschlossen. „Laufende Investitionen sind unumgänglich, wenn man mit der sich rasant entwickelnden modernen Medizin schritthalten möchte“, sagte Prettner. 154,6 Millionen Euro sollen von 2021 bis 2023 investiert werden, die Landesregierung ging auch Haftungen und Garantien im Umfang von 121 Millionen Euro ein.

KABEG Vorstand Arnold Gabriel
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KABEG-Vorstand Arnold Gabriel

Weitere Covid-Wellen nicht eingerechnet

KABEG-Vorstand Arnold Gabriel sprach von einem soliden Budget, das durch die Erhöhung des Nettogebarungsabganges und einen Ausgleich der fehlenden Sozialversicherungsbeiträge vom Land möglich worden sei: „Was darin nicht abgebildet ist, wären Covid-assoziierte weitere Ausgaben. Wenn uns eine dritte oder vierte Welle erreichen würde, könnten wir das mit dem jetzigen Haushaltsplan nicht stemmen.“

Trotz der schwierigen finanziellen Lage soll im kommenden Jahr weiter investiert werden. Das Investitionspaket bis 2023 umfasst knapp 155 Millionen Euro für die KABEG-Krankenhäuser. Gabriel sagte zu den Plänen, dazu zähle die Finalisierung von Baustufe eins samt Adaptierung der Psychiatrie im LKH Villach, auch beim Klinikum werde an der Psychiatrie weitergebaut.

28 Millionen Euro sollen auch in den Standort in Wolfsberg fließen. Geld wurde auch für die Beschaffung eines vierten zusätzlichen Gerätes für die Strahlentherapie in Klagenfurt in die Hand genommen, um mehr Tumor-Patienten behandeln zu können.

Zur Frage der Covid-19-Impfung unter den Mitarbeitern der KABEG-Spitäler sagte Gabriel, man setze auf Aufklärung und Freiwilligkeit. Dafür sei eine Expertengruppe eingesetzt worden, die sich um Fragen rund um die Impfung kümmern soll.

FPÖ: Mehr Intensivpfleger ausbilden

Es sei laut FPÖ-Obmann Gernot Darmann „gut und richtig“, dass das Land Kärnten in der Coronavirus-Krise in die Landesspitäler investiere. Darmann und FPÖ-Gesundheitssprecher Harald Trettenbrein sprechen in einer Aussendung aber den großen Bedarf an diplomierten Pflegekräften mit der Sonderausbildung in Intensivpflege an. Es sei dringend notwendig, dass die KABEG an ihrem Ausbildungszentrum mehr Ausbildungskurse für diese Spezialisten anbiete, im Idealfall sollte jeweils im Frühling und im Herbst ein Kurs beginnen.

Team Kärnten stimmte zu

Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer wies in einer Aussendung am Freitag darauf hin, dass seine Fraktion der Festsetzung des Nettogebarungsabganges für 2021 der KABEG und der Landeskrankenanstalten im Rahmen der Landtagssitzung im November zugestimmt habe. Ziel sei es gewesen, den so essentiellen Gesundheitsbereich auch in dieser schweren Phase grundsätzlich finanziell abzusichern. Allerdings wurde in der Sitzung des Aufsichtsrates der KABEG der Voranschlag 2021 abgelehnt, denn in diesem sei für eine mögliche dritte Coronavirus-Welle überhaupt keine Vorsorge getroffen worden. Für die nächsten Wochen fordert Köfer einen dringenden Ausbau der Bettenkapazität im Bereich der Lungen-Reha.