Angeklagte Steinewerfer
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Chronik

Steine auf Autobahn geworfen: Prozess

Wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung, Gefährdung der körperlichen Sicherheit und schwerer Sachbeschädigung haben sich am Montag zwei junge Männer am Landesgericht Klagenfurt verantwortet. Die beiden sollten an der Südautobahn (A2) Steine auf Autos geworfen haben. Es wurde vertagt.

Den beiden heute 22-Jährigen wird vorgeworfen, auch einen voll besetzten Reisebus getroffen zu haben, weshalb sie wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung angeklagt sind, worauf bis zu zehn Jahre Haft stehen. Die Angeklagten bestritten, auch den Bus beworfen zu haben, die Verhandlung wurde vertagt.

Bereits einmal vor Gericht

Es sei nicht das erste Mal, dass die beiden mit dem Gesetz in Konflikt gekommen waren, sagte Staatsanwältin Sandra Agnoli in ihrem Anklagevortrag: Bereits 2017 hatten sie vom Dach eines Einkaufszentrums in Klagenfurt aus Steine auf Autos geworfen. Damals kamen sie mit einer Diversion davon. Am 8. Februar 2020 wurden sie von der Polizei auf frischer Tat ertappt: Sie hatten Steine auf Autos geworfen, die auf der A2 im Bezirk Klagenfurt-Land unterwegs waren.

Rund 14.000 Euro Schaden

Sechs Autos, zwei Lkws und einen Reisebus sollen die beiden getroffen und beschädigt haben, den Schaden bezifferte die Staatsanwältin mit mehr als 14.000 Euro. „Wie kommt man auf die Idee?“, lautete öfter als einmal die Frage, die der Vorsitzende des Schöffensenates, Gerhard Pöllinger-Sorre, den beiden Forstarbeitern stellte. Diese konnten dafür keinen klaren Grund nennen, es könnte wohl so etwas wie eine Mutprobe gewesen sein: „Wir haben uns gegenseitig aufgeschaukelt“, meinte einer der Angeklagten.

Prozess um Steinewerfer

Was feststeht, ist, dass die beiden mehrmals im Bereich eines Steinbruchs nahe der Autobahn unterwegs waren und Steine auf die Fahrbahn geworfen hatten: sowohl am Tag ihrer Festnahme als auch eine Woche zuvor. Das gaben die beiden zu, sie entschuldigten sich auch wortreich bei den Fahrzeuglenkern, die am Montag als Zeugen geladen waren.

Wollen Bus nicht beschädigt haben

Dass sie auch den Bus getroffen haben sollen, bestritten die beiden Angeklagten aber. An dem Tag, als dieser durch einen Steinschlag beschädigt worden war, hätten sie gar nicht an dieser Stelle gewesen sein können, weil das Auto, mit dem sie immer unterwegs waren, zu diesem Zeitpunkt nicht fahrtauglich gewesen sei.

Das könne auch ein Nachbar eines der Angeklagten bestätigen, der das Auto repariert habe. Richter Pöllinger-Sorre vertagte schließlich die Verhandlung, der Nachbar soll am nächsten Verhandlungstag als Zeuge aussagen.