Luftaufnahme Kötschach-Mauthen
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Chronik

CoV-Ampel im Bezirk Hermagor auf Orange

Die steigenden Coronavirus-Zahlen in Kärnten haben Folgen. So wird die Ampelfarbe in mehreren Bezirken am Freitag auf Empfehlung der Coronavirus-Kommission geändert. Hermagor wird auf Orange gestellt und Villach Land auf Gelb. In Villach gibt es einen neuen Fall im Gymnasium St. Martin. Auch zwei Kindergärten im Bezirk Völkermarkt sind betroffen.

Am Gymnasium wurde eine neue Infektion mit dem Coronavirus verzeichnet. Wie der Landespressedienst Kärnten mitteilte, war ein Schüler einer vierten Klasse positiv getestet worden. Die gesamte Klasse ist in Quarantäne, Schüler und Lehrer werden getestet.

Im Bezirk Völkermarkt hatte eine Kindergärtnerin einen positiven Test. Rund um den Kindergarten Globasnitz sind 35 Personen abgesondert. Die Tests bei den Kindern und Erwachsenen erfolgen am Samstag, am Wochenende gibt es die Ergebnisse. Die Kindergartengruppe wurde geschlossen. Eltern können sich ebenfalls freiwillig testen lassen.

Freitagabend wurde zudem bekannt, dass auch im Kindergarten Gallizien eine Kindergartenhelferin positiv getestet wurde. In diesem Fall läuft das Contact Tracing. Es könnte aber auch diese Gruppe geschlossen werden.

Hermagor ist orange

Für Hermagor gilt ab Freitag hohes und in Villach Land mittleres Risiko, teilte LH Peter Kaiser (SPÖ) am Donnerstagabend nach der Entscheidung der Coronaviruskommission in einer Aussendung mit. Diese sei zu erwarten gewesen. Die neuen Ampelfarben seien laut Kaiser als Schutz für die Menschen und als Warnlicht für noch mehr Vorsicht und Rücksicht.

Hermagor durch Cluster Orange

Aufgrund eines CoV-Clusters, der rund um einen Almabtrieb entstanden ist, wurde der Bezirk Hermagor auf Orange geschaltet. Die Menschen vor Ort sind zuversichtlich, dass die Zahl der Infektionen zurückgeht und es daher auch Wintertourismus geben wird.

Abstand halten und Maske tragen

Der Landeshauptmann appellierte an die Bevölkerung: „Abstand halten, Maske tragen, wo vorgesehen und Hygieneregeln befolgen. Wie schnell eine Infektionskette gebildet ist, zeigt leider das Beispiel Hermagor, das bis zum Ausbruch der Neuinfektionen als Musterbezirk in Österreich galt. Es geht nicht um Schuldzuweisungen, Corona ist überall, tückisch und schnell." Alle müssten sich bewusst sein, wie hoch ansteckend das Coronavirus nach wie vor ist und „dass Maßnahmen, die folgen müssen, uns alle einschränken und Arbeitsplätze und Einkommen gefährden.“

Cluster eingedämmt

47 Fälle konnten bis Freitagabend dem Coronacluster im Raum Hermagor zugeordnet werden, diese Zahl könnte auch noch weiter steigen. Der Cluster sei derzeit eingedämmt, mögliche weitere Infizierte sind abgesondert, weitere Testergebnisse stehen noch aus. „Die gute Zusammenarbeit aller Behörden, dem Testpersonal, aller Mitarbeiter im Contact-Tracing und auch der Bevölkerung macht eine rasche Eindämmung möglich. Ich danke allen, die mithelfen, das Virus in Schach zu halten und die Infektionsketten zu unterbrechen“, so Kaiser.

Plätze bei Veranstaltungen reduziert

Man nutze die Gelegenheit, zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zu setzen. Man werde bei Veranstaltungen mit fixen Sitzplätzen auf ein Drittel der zugelassenen Personen reduzieren, solange die Ampel auf Orange stehe. Im Freien von bundesweit erlaubten 3.000 auf 1.000 Personen, in Räumen von 1.500 auf 500. Im Bezirk Hermagor wurden auch alle Fußballspiele abgesagt. Im öffentlichen Bereich müsse außerdem Maske getragen werden.

ORF-Redakteur im Gespräch mit Feuerwehrmann
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Der Bezirkshauptmann von Hermagor, Hermann Pansi, muss diese Verschärfungen, samt Tragen des Mund-Nasen-Schutzes umsetzen: „Das wird öffentliche Plätze in drei Gemeinden betreffen, Kötschach-Mauthen, Dellach und Kirchbach.“ Damit solle das Ausbreiten des Virus verhindert werden.

Gruber: Es kann oft schnell gehen

Die orange Ampel solle die Bevölkerung wachrütteln, sagte Landesrat Martin Gruber (ÖVP). Die Situation sei herausfordernd, man habe Maßnahmen zu setzen. Gezeigt habe sich aber auch eines, dass die Maßnahmen eingehalten werden müssen. Man habe gesehen, wie schnell es gehen könne. Derzeit (Stand Freitagmittag) sind in Kärnten 153 Menschen mit SARS-CoV-2 infiziert, über alle Bezirke verteilt.

FPÖ: Orange Ampel nicht nachvollziehbar

In einer Aussendung forderte FPÖ- Klubobmann Gernot Darmann einen starken Schutz für Risikogruppen, zugleich müsse der Wirtschaft und dem Arbeitsmarkt ein Leben und damit Einkommen ermöglicht werden: „Die Ampelfarbe orange ist daher für mich bei einem eng einzugrenzenden Kreis von Infizierten, aber nicht hospitalisierten Personen nicht nachvollziehbar. Aus rund 40 Infizierten in einem dünn besiedelten Gebiet im ländlichen Raum abzuleiten, dass man einen ganzen Bezirk im Ruf schädigt, auf orange stellt und damit die gesamte Tourismusregion Hermagor im Hinblick auf die Wintersaison schädigt, ist grob fahrlässig.“