Landeshauptmann Peter Kaiser bei der Pressekonferenz
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Politik

CoV in Schule: Kaiser fordert einheitliche Vorgabe

Die von vielen Eltern geäußerten Befürchtungen von Betreuungsproblemen, wenn bei einem positiv getesteten Schüler die gesamte Klasse in Quarantäne geschickt wird, machte Kärntens Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser Freitagabend zum Diskussionsthema in der Konferenz der Landeshauptleute mit der Spitze der österreichischen Bundesregierung.

Die steigenden Coronavirus-Infektionszahlen sind Freitagabend Anlass für ein Gespräch der Regierungsspitze mit den Landeshauptleuten in Wien gewesen. Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser hat per Videokonferenz zugeschaltet gefordert, dass bei einem positiven Fall in einer Schule nur der oder die betroffenen Schüler in Quarantäne müssen und nicht gleich die ganze Klasse, um Eltern nicht vor Betreuungsprobleme zu stellen. „Es sollte statt den derzeit gültigen Kann-Bestimmungen eine bundesweit einheitliche Vorgabe geben, die die aktuelle Handhabung bei Auftreten eines positiven Falles in einer Volksschulklasse auf den gesamten Pflichtschulbereich, also bis zum Alter von 14 Jahren, umfasst“, sagte Kaiser. Demnach würden bei Feststellen einer Infektion bei einzelnen Schülern die restlichen Schüler der Klasse nicht als unmittelbare Kontaktpersonen gelten, es müssten nur die infizierten Schüler in Quarantäne. Für die restlichen würde der Unterricht in der Klasse normal weiterlaufen.

Nur infizierte Schüler in Quarantäne

„Mit der derzeitigen Regelung könnten die Bezirksverwaltungsbehörden individuell entscheiden, ob nicht die gesamte Klasse wegen eines infizierten Schülers in Quarantäne müsste. Das hat dann zur Folge, dass Eltern von schulpflichtigen Kindern vor massive Betreuungsprobleme gestellt werden“, so Kaiser. Entscheidungen gab es bei dem Gespräch zwischen Bund und Ländern aber keine. Bundeskanzler Sebastian Kurz hat vor allem Wien aufgefordert, weitere Schritte gegen die Ausbreitung des Virus zu setzen – mehr dazu in Kurz fordert von Wien weitere Schritte.

FPÖ: Länder sollen selbst entscheiden

Kärntens FPÖ Obmann Gernot Darmann forderte einmal mehr, dass die unterschiedlich betroffenen Bundesländer selbst über Coronavirus-Maßnahmen entscheiden können und nicht nur Verschärfungen der Bundesvorgaben machen dürfen. Es sei wirtschaftlich und arbeitsmarktpolitisch verantwortungslos ganz Österreich über einen Kamm zu scheren, so Darmann.