Lendkanal in Klagenfurt im Sommer
ORF/Petra Haas
ORF/Petra Haas
„Kennst Du Kärnten“

Die Geschichte des Lendkanals

Der Lendkanal mitten in Klagenfurt ist eine rund vier Kilometer lange künstliche Wasserstraße, ein Naherholungsgebiet und in manchen Wintern kann man dort auch Eislaufen. Ursprünglich diente er als Transportweg aber auch für Lustfahrten.

Der Lendkanal erstreckt sich vom Lendhafen bei der Villacher Straße bis zum Lendspitz. Der Name Lend stammt ursprünglich aus dem Mittelhochdeutschen, sagte Elke Bitzan von den Kärnten Guides: „Lände bedeutet Hafen oder Verladeplatz am Wasser.“
Heute wird die Wasserstraße vorwiegend für Freizeitaktivitäten genutzt. Das war nicht immer so.

„Die wenigsten, die dort entlang spazieren oder laufen sind sich dessen bewusst, dass der Lendkanal als Wasserstraße schon im 16. Jahrhundert angelegt wurde. Ab 1527 hat man mit dem Aushub begonnen und eine Wasserstraße für den Transport geschaffen, zum Beispiel für Bau- oder Heizmaterial“, so Bitzan. Wichtig sei auch das Wasser für den Stadtgraben gewesen, den habe es bis 1809 gegeben.

Die Steinerne Brücke in einer Ansicht von ca. 1880 mit dem Dampfschiff Loretto I
Usser Exi Wikipedia/Scan aus Hansgeorg Prix Klagenfurt einst, 1993
Steinerne Brück um 1880 mit dem Dampfschiff Loretto I.

Stege und Brücken mit Geschichte

Der Lendkanal diente aber auch zum Personentransport: „Auch für Lustfahrten wurde er genutzt. Im 17. Jahrhundert hat Graf Johann von Rosenberg, der Erbauer von Schloss Maria Loretto, hat Kaiser Leopold I. zu so einer Lustfahrt eingeladen. Mit prunkvoll geschmückten Booten ging es zum Lendspitz beim Schloss Loretto. Bei der Rückkehr wurde er mit 25 Kanonen-Salutschüssen von der Villacher Bastei empfangen.“

Rizzisteg über den Lendkanal
Rizzisteg

Wer den Lendkanal schon entlang ging, dem sind sicher auch die vielen Brücken aufgefallen. Jede davon hat ihre eigene Geschichte, so Bitzan: „Die erste ist der Elisabethsteg, der zu Ehren der Kaiserin Elisabeth erbaut wurde. Sie war sogar 1856 selbst da, um den Steg einzuweihen. Der Jergitschsteg ist interessant, der Name kommt vom Begründer der ersten freiwilligen Feuerwehr in Kärnten.“

Der Lendhafen mit Elisabethsteig
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Naherholungsraum Lendkanal unter dem Elisabethsteg

Beliebtes Fotomotiv Steinerne Brücke

Dann gibt es noch den Rizzisteg, der nach dem Dichter Vinzenz Rizzi benannt wurde und die Steinerne Brücke, die 1535 aus Bruchsteinen errichtet worden sei, so Bitzan. 1966 wurde sie für den Straßenverkehr erweitert. Die Brücke sei ein beliebtes Fotomotiv, wenn sich der Halbbogen im Wasser spiegle und zu einem Rundbogen werde. Das Aushubmaterial beim Bau des Kanals wurde auf der Nordseite aufgehäuft und ist heute ein beliebter Spazier- und Radweg.

Jergitschsteg über den Lendkanal
Jergitschsteg

Dass es den Lendkanal in seiner heutigen Form gibt ist einem verheerenden Brand im Jahr 1518 zu verdanken. Denn zuvor, im 13. Jahrhundert, wollten Heinrich und Albert von Haileck schon einmal den Wörthersee mit der Stadt durch einen Kanal verbinden. Dieser Plan scheiterte damals aber am Widerstand des Klosters Viktring, dem die entsprechenden Grundstücke gehörten.