Chronik

Wieder Fälle von Internetbetrug

Während Banküberfälle nur noch äußerst selten vorkommen, verlagert sich die Kriminalität seit Jahren immer mehr ins Internet. Die Coronavirus-Pandemie hat dieser Negativ-Entwicklung weiter Vorschub geleistet. Die Anzahl der Internet-Delikte nahm laut Polizei in der Covid-19-Krise zu.

Das Leben der Menschen verlagert sich mehr und mehr ins Internet, die Kriminalität folgt ihnen dorthin nach. Schon in den vergangenen zehn Jahren ist die Anzahl der Delikte, die unter dem Begriff Cybercrime zusammengefasst werden, um fast 400 Prozent gestiegen. Seit Ausbruch der Covid-19-Krise häufen sich die Fälle weiter. Absolute Zahlen liegen laut Polizei zwar noch nicht vor, aber schon der Blick in die täglichen Presseberichte der Polizei zeugt davon, dass Internetkriminalität in Zeiten der Krise Hochkonjunktur haben.

85.000 Euro für Gold überwiesen

Kaum ein Tag vergeht ohne Anzeigen. Vor allem bei Ausbruch der Covid-19-Pandemie versuchten einige Betrüger die Angst vor einer Ansteckung für sich zu nutzen: angebliche Covid-19-Heilmittel aber auch minderwertige Mund-Nasen-Schutz-Masken standen hoch im Kurs. Mittlerweile sind es eher wieder die klassischen Betrügereien, genährt durch den Umstand, dass viele Menschen es weiterhin vermeiden, außer Haus zu gehen und mehr im Internet einkaufen. Für die Täter vergrößert sich der Kreis potenzieller Opfer damit schon rein rechnerisch. Wobei auch junge Menschen nicht davor gefeit sind, Internetbetrügern aufzusitzen. Zuletzt ist ein 27-Jähriger beim Kauf eines Fahrrades hereingelegt worden. Vom überwiesenen Geld und dem Verkäufer fehlt jede Spur. Die Verkaufsplattform hat den geschädigten Kärntner darüber informiert, dass er es mit einem Hacker zu tun hatte.

Mit 1000 Euro ist der Schaden in diesem Fall relativ gering, nach oben hin scheint es aber kaum Grenzen zu geben: Erst vor wenigen Tagen hat eine 40-Jährige einem angeblichen Goldhändler, den sie auf einer Dating-Plattform kennengelernt hatte, nicht weniger als 85.000 Euro überwiesen. Der Eindruck, dass die Täter nach der Tat spurlos im Internet verschwunden bleiben, täuscht aber. Laut Polizei-Statistik der vergangenen beiden Jahre kann etwas weniger als die Hälfte aller Cybercrime-Fälle aufgeklärt werden.