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Politik

Investor für Seeliegenschaften gesucht

Das Land muss über die Zukunft der Kärntner Seeimmobilien am Hafner und Maltschacher See entscheiden. Elf Millionen Euro müssten in die dortigen Hotels und Ferienhäuser investiert werden. Dafür sucht das Land einen Partner. Verkauf soll es aber keinen geben.

Die Tourismusbetriebe am Hafner und am Maltschacher See mit 1.200 Betten gehören dem Land über die Kärntner Beteiligungsverwaltung. Sie ist derzeit auch für Investitionen zuständig, doch das Geld dafür fehlt. Die Unterkünfte sind zum Teil nicht beheizbar, zum Teil nicht mehr zeitgemäß.

Investor ohne Kauf gesucht

Betreiber ist derzeit die deutsche Sonnenhotel-Gruppe. Ihr Pachtvertrag mit dem Land läuft im Oktober aus. Dazu sagte Landesrat Martin Gruber (ÖVP) als zuständiger Beteiligungsreferent: „Beim Maltschacher und Hafnersee stehen Investitionen um die elf Millionen Euro an, damit man es weiter betreiben kann. Wir haben an die 140 Angestellte dort und recht große regionale Wertschöpfungskreise.“ Man sei derzeit auf Partnersuche, so Gruber. Er stellte aber klar, dass es unter seiner Ägide keinen Verkauf auch nur eines Quadratmeters Seegrund geben werde.

Öffentlicher Seezugang soll bleiben

Ein Investor sollte also die Liegenschaft betreiben, der aber nicht Eigentümer ist. Gruber sagte, es gebe gute Beispiele dafür, allerdings nicht im touristischen Bereich. Der Seezugang sei ein Verhandlungsgegenstand. Gruber möchte ihn öffentlich erhalten. Beim jetzigen Pachtvertrag sei der Zugang an bestimmen Stellen möglich. Konkrete Interessenten soll es noch nicht geben, nächster Schritt sei eine öffentliche Ausschreibung.

Überteuert vom Land angekauft

Die Liegenschaft am Ossiacher See wurde im Vorjahr erfolgreich verkauft – mehr dazu in ÖGB-Feriendorf am Ossiacher See verkauft (kaernten.ORF.at; 5.11.2019). Die drei Seeimmobilien wurden im Jahr 2007 unter dem freiheitlichen Landeshauptmann Jörg Haider völlig überteuert vom Land Kärnten gekauft. Gezahlt wurden damals 43 Millionen Euro, laut einem Gutachten war der Kaufpreis damals um 20 Millionen Euro zu hoch gewesen. Bei Prozess wurden auch Schmiergeldzahlung an Haider zugegeben.

Team Kärnten will Transparenz und „Lernerfolg“

„Ich hoffe, dass die Vertreter der rot-schwarzen Landesregierung wie auch jene der Kärntner Beteiligungsverwaltung aus dem Flughafen-Deal und der Teilprivatisierung entsprechend gelernt haben. Aus meiner Sicht ist klar, dass der gesamte Prozess von Transparenz geprägt sein muss und gleichzeitig müssen in weiterer Folge alle Verträge von Anfang an offengelegt werden. Geheimabsprachen und Verschwiegenheit darf es zu keinem Zeitpunkt mehr geben“, so Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer.

Ein „absolutes K.-o.-Kriterium“ sei die Aufrechterhaltung des öffentlichen Seezugangs im Bereich beider Seen. Köfer forderte „von Kaiser, Gruber und Co“ eine Garantie, dass der öffentliche Seezugang jedenfalls im Sinne der Bevölkerung gesichert wird.