Ironmangelände am Metnitzstrand in Klagenfurt von oben gefilmt
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CoV: Ironman und WTA-Turnier abgesagt

Nach wochenlangem Warten ist es seit Dienstag offiziell: Das WTA-Tennisturnier und der Ironman werden in diesem Jahr abgesagt. 2021 soll der Ironman am 4. Juli stattfinden. Zuletzt hatte es seitens des Gesundheitsministeriums Bedenken wegen einer möglichen Vermischung im Teilnehmerfeld gegeben.

Erstmals nach 22 Jahren wird in Klagenfurt heuer kein Ironman gekürt. Das Sportevent war wegen der Coronavirus-Pandemie zuerst auf den 20. September verschoben worden. Laut dem Veranstalter wurden alle Teilnehmer bereits von der Absage informiert. Laut Geschäftsführer Stefan Petschnig werden sie die Möglichkeit erhalten, am Bewerb im nächsten Jahr teilzunehmen und auf dessen Startliste übernommen zu werden bzw. werden sie Gutscheine erhalten.

Risiko von Ansteckungswelle zu groß

Trotz neuen Termins im Herbst bleiben die Rahmenbedingungen einfach zu unsicher, sagt Petschnig. Man wolle nicht riskieren, dass es durch die vielen internationalen Teilnehmer am Wörthersee zu einer Ansteckungswelle kommt. Noch dazu, wo im Herbst ohnedies eine Steigerung der Fallzahlen prognostiziert wird. Auch die Vorgaben der Behörden können kaum erfüllt werden, sagt Petschnig: „Es gelingt nicht, fortwährend dafür Sorge zu tragen, dass sich ein schlechter Schwimmer, der dann am Ende des Rennens aufholt und dann auf der Marathonstrecke noch zahlreiche andere Leute überholt, nicht mit den anderen 200 Startern im Teilnehmerfeld vermischt.“

Von den ursprünglichen 4.000 Teilnehmern wären im September etwa 1.500 an den Start gegangen, schätzt Petschnig. Mit Betreuungspersonal wären es 6.000 bis 8.000 Menschen gewesen, die im September nach Klagenfurt gekommen wären. Die Absage ist auch ein großer finanzieller Verlust, nicht nur für die Rennorganisation. 70 bis 80 Partnerbetriebe sind an der Großveranstaltung in Klagenfurt jedes Jahr beteiligt.

Kärnten Werbung: Waren von Sicherheitskonzept überzeugt

Die Kärnten Werbung bedauerte die Absage. „Es ist überaus schade, dass aufgrund der gegebenen gesetzlichen Vorgaben die Durchführung des Ironman 2020 nicht möglich gemacht werden konnte. Wir waren davon überzeugt, dass das vorgelegte Sicherheitskonzept ausreichend gewesen wäre, jedoch haben wir vollstes Verständnis, dass die Sicherheit aller das höchste Gut ist“, sagte Geschäftsführer Christian Kresse in einer Aussendung.

Kaiser bedauert Absage

Zur Absage bzw. Verschiebung auf das nächste Jahr nahm auch Sportreferent Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) Stellung. „Seine Absage ist natürlich mehrfach bedauerlich. Nicht nur, dass das Land Kärnten mit den vielen dazugehörigen Medienberichten wichtige positive internationale Berichterstattung und Werbung verliert. Auch die ausbleibenden Sportler, ihre Familien und Begleiter bescheren auch der Wirtschaft eine erhebliche Lücke“, sagte Kaiser.

Besonders leid tue es ihm als ehemaliger aktiver, fünfacher Ironman-Finisher auch für das Ironman-Organisationsteam, das alles probiert habe, um die Veranstaltung unter Einhaltung aller notwendigen Auflagen durchführen zu können. „Letztlich hat aber die Gesundheit sowohl der Athleten als auch der Bevölkerung über allem zu stehen. Auch wenn die heurige Absage schmerzlich ist, umso mehr freuen wir, freut sich Kärnten über ein spektakuläres Comeback hoffentlich 2021“, so der Landeshauptmann.

Auch WTA-Tennisturnier in Pörtschach abgesagt

Eine Woche, nachdem die Pläne für ein WTA-Turnier in Pörtschach am Wörthersee präsentiert wurden, ist am Dienstag auch dieses abgesagt worden. Laut Kärntner Tennisverband sei eine Umsetzung der WTA-Vorgaben im Bereich Covid-19-Maßnahmen in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht möglich gewesen. Auch ein positiver Veranstaltungsgenehmigungsbescheid von der zuständigen Behörde sei nicht realistisch gewesen.

Das kleinere WTA-Turnier mit 125.000 Dollar Preisgeld hätte vom 31. August bis 6. September stattfinden sollen. Bei einer Pressekonferenz mit den Veranstaltern vergangene Woche war allerdings noch offen, welche Spielerinnen antreten dürfen, wie sie untergebracht werden und wie die Zuschauerfrage gelöst wird.

Veranstalter an Alternativtermin 2021 interessiert

Die Absage sei im Einvernehmen mit allen Partnern und in enger Abstimmung mit dem Land beschlossen worden, hieß es am Dienstag in einer Presseaussendung. Vertreter der WTA hätten aber mitgeteilt, an einem Turnier im Jahr 2021 in Kärnten sehr interessiert zu sein.