Wirtschaft

Hilfskräfte sollen Lehrabschluss nachholen

Am Freitag sind zwei neue Ausbildungsprojekte vorgestellt worden. Einerseits eine Lehre mit Studium an der Fachhochschule Villach im Bereich Prozess- und Elektrotechnik und andererseits eine Qualifizierungs-Initiative. Hier sollen Hilfsarbeiter den Lehrabschluss nachholen.

„Du kannst was – von der Hilfskraft zur Fachkraft“. Unter diesem Motto bietet das Land Kärnten gemeinsam mit der Arbeiterkammer Menschen eine Ausbildung für Menschen an, die in den unterschiedlichsten Branchen als Hilfsarbeiter beschäftigt sind. Sie sollen einen Lehrabschluss nachmachen. Die meisten von ihnen hätten deutlich höhere Kompetenzen, würden aber nur als Hilfskräfte entlohnt und bekommen bis zu 40 Prozent weniger Lohn als ihre Kollegen mit Lehrabschluss, so Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ).

WIFI Bildungszentrum Klagenfurt außen
ORF
Das WIFI Bildungszentrum in Klagenfurt ist eine der Ausbildungsstätten

Weniger Geld, langsamere Vermittlung

Die Kollektivvertragsentlohnung sei höher und steige ständig und wirke sich damit bis zur Pension aus, so Kaiser. Zum Beispiel im Bereich Handel/Verkauf liege das Einstiegsgehalt für eine Hilfskraft bei 1.589 Euro, für eine Fachkraft bei 1.675 Euro. Im Bereich Tischler seien es 1.790 Euro für die Hilfs- und 2.071 Euro für die Fachkraft.

Es gebe außerdem eine schnellere und leichtere Vermittlung beim AMS, wenn man arbeitslos werde. Mit Lehrabschluss dauere die Vermittlung im Durchschnitt 190 Tage, ohne Abschluss 230 Tage.

Für Arbeiter ab 22 Jahren

Das Angebot richtet sich an Menschen ab 22 Jahren ohne Lehrabschluss mit mindesten fünf Jahren Berufspraxis und einem aufrechten Beschäftigungsverhältnis. Die Arbeiterkammer übernimmt die Erstberatung und erhebt die vorhandenen Qualifikationen. Die notwendige Weiterbildung wird vom WIFI organisiert. Je nach Vorbildung kann die Ausbildung bis zu zwei Jahre dauern.

2.500 Euro pro Teilnehmer

Die Finanzierung erfolgt über das Land und die Wirtschaftskammer, sagte Finanzreferentin Gaby Schaunig (SPÖ): „Wir haben eine Kalkulation für 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorliegen. Demnach betragen die Kosten 125.000 Euro, also 2.500 Euro pro Teilnehmer. Das Land leistet 94.000, die Wirtschaftskammer 31.25ß0 Euro und die Arbeiterkammer stellt den ganzen Support für die erforderlichen Maßnahmen zur Verfügung.“ Für die Teilnehmer ist die Ausbildung kostenlos, Start ist im Herbst.