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Gesundheit

Infektionsanstiege in Slowenien

Slowenien hat am Mittwoch 13 Neuinfektionen verzeichnet. Seit Öffnung der Grenze zu Kroatien und Serbien merkt man einen deutlichen Anstieg. Es gilt wieder Maskenpflicht in Geschäften und beim Betreten von Cafes und Restaurants. Letzte Woche wurde über eine Grenzsperre nachgedacht.

Für den neuerlichen Anstieg der Infektionen macht man in Laibach vor allem den laxen Umgang mit dem Virus in Serbien, Kroatien und Nordmazedonien verantwortlich. Auf den kroatischen Inseln und in den Tourismushotspots sind sogar Diskotheken und Nachtklubs wieder geöffnet. Am Dienstag wurden in einem Krankenhaus in Maribor sieben Ärzte positiv auf Covid-19 getestet. Einer der Ärzte soll sich bei einer Reise in Montenegro angesteckt haben.

Zwei Damen mit Mundschutz
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Die Angst vor einer zweiten Welle der Coronavirus-Infektionen geht um

„Auf Reisen nach Kroatien verzichten“

Der slowenische Gesundheitsminister Tomaz Gantar sprach sich am Mittwoch dafür aus, auf nicht notwendige Reisen nach Kroatien zu verzichten. Noch sprach die slowenische Regierung aber keine offizielle Reisewarnung für Kroatien aus. Schon jetzt werden Urlauber aus Österreich und Deutschland bei der Einreise nach Slowenien kontrolliert. Mit einem Ampelsystem bewertet Slowenien die Länder in sichere und unsichere Reiseziele. Urlauber aus Risiko-Ländern müssen ihr Reiseziel und ihre Daten bekannt geben, um eine Infektionskette schnell nachzuverfolgen.

Wie heute Österreich warnte auch Slowenien seine Bürger vor Reisen nach Serbien, Bosnien, Nordmazedonien, den Kosovo und Albanien. 36 Länder bewertet Slowenien derzeit als nicht sicher, dazu gehören auch die EU-Mitgliedsstaaten Großbritannien, Schweden oder Portugal.

Grenze Slowenien
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Kontrollen bei der Einreise nach Slowenien

Sorge vor zweiter Infektionswelle

Die Entwicklung der Infektionszahlen werde von Slowenien sehr genau beobachtet, sagte Regierungsprecher Jelko Kacin. Er kündigte eine intensive Zusammenarbeit mit der kroatischen Grenzpolizei an. Die Epidemiololgen der beiden Länder seien im ständigen Austausch. Sollten die Coronovirus-Infektionen im Nachbarland weiter steigen, könnte für slowenische Staatsbürger auch eine verpflichtende Quarantäne eingeführt werden.

Kontrollen bei der Einreise etwa am Karwankentunnel sollen verhindern, dass das Virus aus diesen Länder eingeschleppt wird. „Auch wenn jemand aus Österreich kommt, kann er vorher aus Großbritannien oder Schweden gekommen sein. Wir hatten schon Infektionen aus Schweden, deshalb tun wir alles, um eine neuerliche Ansteckung von außen zu verhindern und unsere Bevölkerung zu schützen“, sagte Kacin.

Stau am Karawankentunnel
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Noch staut es sich am Karawankentunnel, bald soll zweispurig kontrolliert werden

Keine Quarantäne für Urlauber aus Österreich

Österreicher, die ihren Urlaub in Slowenien oder Kroatien verbringen müssen nur ein Reisedokument vorweisen. Eine Quarantäne, etwa bei einer Rückreise aus Serbien oder Bosnien, werde es nicht geben, sagte der Regierungssprecher. Mit den verschärften Maßnahmen hofft Slowenien, Covid 19 weiter unter Kontrolle zu haben.

Erhöhte Vorsicht in Slowenien

In Slowenien beobachtet man den Anstieg der Infektionszahlen am Balkan mit Sorge. Weil die Covid-19-Erkrankungen auch in Kroatien zunehmen, hat man die Maßnahmen wieder verschärft.

Die Stausituation am Karawankentunnel sollte sich bald entpannen, ab dem Wochenende will man zweispurig kontrollieren.