Frau mit Einkaufswagen
ORF.at/Birgit Hajek
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Soziales

Wegen CoV: Mehr Mindestsicherungsbezieher

In Kärnten ist die Zahl der Mindestsicherungsbezieher seit Beginn der Coronavirus-Pandemie gestiegen. Fast 4.000 Menschen in Kärnten nahmen die Hilfe im Mai in Anspruch. Auch die Zahl der Sozialhilfe-Anträge steigt.

Der Anstieg sei leicht aber stetig, hieße es aus seitens der Sprecherin von Sozialreferentin Beate Prettner (SPÖ). Gab es im Februar 3.517 Bezieher, so stieg die Zahl im März auf 3.527 Bezieher und im April 3.536. Im Mai hatten schließlich 3.729 Menschen in Kärnten die Mindestsicherung beansprucht.

Auch Anstieg bei einmaligem Zuschuss

Einen deutlichen Anstieg bemerkte man aber auch bei Anträgen für die vom Land gewährte „Hilfe in besonderen Lebenslagen“, einem einmaligen, zweckgebundenen Zuschuss: Waren es im März noch 139 Anträge, so schnellte diese Zahl im April auf 318 hoch. Im Mai verzeichnete man ein ähnlich hohes Niveau, in diesem Monat wurden laut vorläufigen Zahlen 299 Anträge gestellt. Die Anträge kommen nun vermehrt von Personen aus der Mittelschicht, wohl bedingt durch Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit, hieß es.

Auch die Caritas Kärnten verzeichnete in den vergangenen Monaten einen Anstieg jener Menschen, die bei ihnen Hilfe und Unterstützung suchten. Die Coronakrise werde die Armut noch verschärfen, sagte Caritas-Direktor Ernst Sandrisser. Rund ein Drittel der rund 600 Menschen, die sich seit Ausbruch der Krise bis Mitte Mai an die Caritas gewandt haben, waren vorher noch nie in Kontakt mit ihr.

Sozialhilfe-Anträge gestiegen

Um 100 Prozent zugenommen hat in diesem Zeitraum mit 337 Beratungen die Suchtberatung. Allein im Mai 2020 stieg die Zahl der Neuanträge um Sozialhilfe bei Männern um 137 Prozent – und das, obwohl Männer normalerweise weniger offensiv um Hilfe bitten als Frauen, weiß man bei der Caritas. Mehr dazu auch in Caritas: „Es kommen mehr zu uns“.