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Wirtschaft

31.774 Menschen in Kärnten arbeitslos

Die Coronavirus-Krise führt weiter zu sehr hohen Arbeitslosenzahlen in Österreich. Ende Mai waren mehr als 517.000 Personen arbeitslos oder in Schulung, das sind um 174.000 mehr als im Vorjahresmonat. In Kärnten sind 31.774 Menschen arbeitslos.

Die Öffnung der Wirtschaft in den vergangenen Wochen brachte wohl verloren gegangene Jobs schrittweise zurück, heißt es vom Kärntner Arbeitsmarktservice (AMS). Das führte zu einer leichten Absenkung der Arbeitslosigkeit. Im Vergleich zum Mai des Vorjahres stieg die Nettoarbeitslosigkeit bei arbeitslos gemeldeten Personen und Personen, die sich in Schulung befinden in Kärnten um 56,9 Prozent auf 11.519 Personen. Insgesamt beträgt die Arbeitslosenquote in Österreich 11,5 Prozent.

Jugendliche am stärksten betroffen

Die Entwicklung schlägt sich auch in einem Beschäftigungsrückgang nieder. In Kärnten gibt es nun mit 207.000 Beschäftigten um 12.000 Beschäftigte weniger (-5,3 Prozent) als im Mai des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 12,7 Prozent, im Mai des Vorjahres waren es 7,4 Prozent (+ 70,3 Prozent). Diese Steigerungsraten habe das in dieser Form noch nie gegeben, sagte Peter Wedding, der Leiter des AMS Kärnten.

31.774 Menschen in Kärnten arbeitslos

Die Coronavirus-Krise führt weiter zu sehr hohen Arbeitslosenzahlen in Österreich. Ende Mai waren mehr als 517.000 Personen arbeitslos oder in Schulung, das sind um 174.000 mehr als im Vorjahresmonat. In Kärnten sind 31.774 Menschen arbeitslos.

Jugendliche sind von der Zunahme der Arbeitslosigkeit am stärksten betroffen. Bei Jugendlichen bis 24 Jahren liegt der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Mai im vergangenen Jahr bei 84,4 Prozent.

Größter Zuwachs an Arbeitslosen im Tourismus

Betrachtet man die Branchen im Detail, so gibt es den größten Zuwachs an arbeitslosen Personen im Tourismus, sagte Wedenig. „Hier haben wir sowohl absolut, als auch prozentual, die höchsten Zunahmen. Prozentuell ist es eine Zunahme von rund 120 Prozent. In absoluten Zahlen sind es im Tourismus rund 3.700 arbeitslose Personen mehr. Die nächsten Branchen, die von einer großen Zunahme betroffen sind, sind der Handel, Büroberufe und Dienstberufe.“

Etwas geringer sei die Zunahme der Arbeitslosigkeit im Bereich des Bauwesens, sagte Wedenig. Die Maßnahmen im vergangenen Herbst hätten dazu geführt, dass der Baubücher voll seien. „Die Baufirmen können diese Aufträge jetzt abarbeiten.“ Dies könne aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit in der bisherigen Corona-Zeit massiv ist, sagte Wedenig.

62.000 Kärntner in Kurzarbeit

Die Kurzarbeit hingegen habe geboomt, sagte Wedenig, das sei auch so vorgesehen gewesen. „Rund 6.200 Betriebe in Kärnten haben Kurzarbeit in Anspruch genommen. Das betrifft doch 62.000 Kärntnerinnen und Kärntner, die sich jetzt in Kurzarbeit befinden.“

Laut einer aktuellen Studie, die im Auftrag des AMS durchgeführt wurde, wollen 53 Prozent der befragten Firmen die Kurzarbeit verlängern. Man müsse auch weiterhin davon ausgehen, dass die Betriebe nicht all zu positiv in die Zukunft blicken, sagte Wedenig.

Team Kärnten: Neue Jobs schaffen

Team Kärnten-Obmann Gerhard Köfer forderte am Dienstag in einer Aussendung wiederholt eine Senkung der Lohnnebenkosten bei Neueinstellungen, um die Dynamik am Arbeitsmarkt wieder zu erhöhen und um Betrieben Anreize zu geben, neue Jobs zu schaffen. Die Kurzarbeit trage maßgeblich zum Substanzerhalt bei, stelle aber primär eine Förderung bestehender Jobs dar. Der aktuelle Einstellungsstopp, der in vielen Unternehmen ausgerufen wurde, bedeute neben der Entlassungsorgie ein großes arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitisches Problem, so Köfer.