Waffenhändler am Urteilstag
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Chronik

Strafen für Waffenhändler drastisch erhöht

Zwei Kärntner Waffenhändler, Vater und Sohn, sind im Oktober 2019 für den Verkauf hunderter Waffen an die Mafia zu Haftstrafen verurteilt worden. Das Oberlandesgericht erhöhte die Strafen für die beiden nach Einspruch der Staatsanwaltschaft nun drastisch.

820 Faustfeuerwaffen und Dutzende Kalaschnikows, alle mit ausgefrästen Seriennummern, verkauften Vater und Sohn ab 2011 an die Mafia. Die beiden wurden Mitte Oktober vergangenen Jahres am Landesgericht Klagenfurt deshalb verurteilt – mehr dazu in Schuldsprüche für Waffenhändler (kaernten.ORF.at; 15.10.2019).

Geschäftspartner in Italien verurteilt

Inzwischen gab das Oberlandesgericht Graz der Berufung der Staatsanwaltschaft statt und erhöhte die Strafen. Der 74-jährige Waffenhändler muss nun für drei Jahre ins Gefängnis, sein 48 Jahre alter Sohn für zweieinhalb Jahre, gab das OLG Graz auf APA-Anfrage bekannt. In erster Instanz hatten die beiden von Richter Christian Liebhauser-Karl 24 bzw. 20 Monate unbedingte Haft ausgefasst.

Erst vergangene Woche wurden die neapolitanischen „Geschäftspartner“ der beiden wegen dieser Waffendeals verurteilt, der Kopf der Camorra-Bande erhielt acht Jahre Haft.

Mafioso gab sich als Gemüsehändler aus

2011 hatten die Geschäfte der beiden mit dem Mafioso begonnen, den sie als „Gemüsehändler“ bezeichneten, bei dem sie Tomaten und Mozzarella bestellt hätten. 300 bis 600 Euro wollen sie pro Waffe kassiert haben. Der Sachverständige setzte die Preise deutlich höher an, seinen Berechnungen zufolge hatten die beiden mindestens 1,4 Millionen Euro aus den illegalen Geschäften lukriert. Geldgier war denn auch das Motiv, wie der Vater zugab.

Dass man die Mafia beliefert habe, wollten die beiden nicht gewusst haben, wie sie vor Gericht wortreich beteuerten. Die von ihnen gelieferten Waffen wurden unter anderem zur Austragung von Bandenkriegen verwendet. Allein deshalb, so Liebhauser bei der Verurteilung, komme eine teilbedingte Strafe nicht infrage. Das OLG Graz sah das ähnlich und verhängte im März noch strengere Strafen, die Entscheidung ist rechtskräftig.