Alte Frau von hinten mit Puppe
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Politik

Pflegeheim-Besuch per Voranmeldung

Besuche in Pflegeheimen sollen ab 4. Mai wieder möglich sein. Allerdings muss die körperliche Distanz gewahrt bleiben. Auch müssen sich die Besucher künftig anmelden. 1.000 Tests wurden bisher in den Kärntner Pflegeheimen durchgeführt. Alle waren negativ. Auch Krankenhausmitarbeiter und Patienten werden künftig getestet.

Täglich sollen künftig in den Kärntner Spitälern der KABEG 200 Patienten getestet werden. Dabei handelt es sich vorwiegend um Patienten, die Beschwerden im Hals-Nasen-Ohren-Bereich haben, sagte am Mittwoch Gesundheitslandesrätin Beate Prettner (SPÖ). Auch bei den Spitalsmitarbeitern sollen Testungen vorgenommen werden. Parallel dazu würden auch die Rehakliniken hochgefahren – insbesondere in den vier Bereichen Onkologie, Kardiologie, Orthopädie/Bewegungsapparat und psychotherapeutischer Bereich.

Gesundheits- und Sozialbereich fährt hoch

Der Gesundheits- und Sozialbereich werde nun stufenweise hochgefahren, so Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ). In den Krankenhäusern soll demnächst – unter Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen – annähernd Normalbetrieb herrschen.

1.000 Tests bisher in den Pflegeheimen

Was die Pflegeheime betrifft sei Kärnten nach wie vor das einzige Bundesland, das keinen einzigen positiv bestätigten Coronavirus-Verdachtsfall hat. Bisher wurden etwa 1.000 Tests durchgeführt. Man wolle täglich mindestens eines der 76 Heime durchtesten, und zwar alle Mitarbeiter und Bewohner, so Prettner. Dennoch werde es vermutlich noch bis Ende Mai dauern, bis alle Heiminsassen, Pflegerinnen und Pfleger sowie das Reinigungspersonal getestet sind.

Nach den Heimen soll der Bereich der mobilen Pflege getestet werden, danach die stationären Einrichtungen im sozialen Bereich.

Keine Kinderbesuche in Heimen

Ab 4. Mai können wieder Besuche in den Pflegeheimen stattfinden. Eine entsprechende Empfehlung des Bundes, wie diese Besuche ablaufen können, wurde allen Pflegeheimen übermittelt, so Abteilungsleiter Günther Wurzer vom Land Kärnten. Mehr dazu auch in Besuche in Seniorenheimen wieder erlaubt. Die Besuche werden mit bestimmten Einschränkungen genehmigt, so soll es Anmeldungen geben, um den Zustrom zu reglementieren.

Die Besuche sollen nach Möglichkeiten nur von einer Person vorgenommen werden, auch sollten Kinder unter sechs Jahren nicht teilnehmen. In besonderen Situationen werde es aber Ausnahmen geben, hieß es am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Die jeweiligen Entscheidungen müssten von den Heimbetreibern getroffen werden. Ein weiterer Punkt sei, dass die Besuche möglichst im Freien stattfinden sollen. Einzelne Heime hätten hier bereits durchaus kreative Lösungen gefunden. „Die körperliche Distanz ist aber unbedingt einzuhalten.“

Frisöre dürfen wieder ins Pflegeheim

Ab 1. Mai dürfen Frisöre wieder ihre Arbeit aufnehmen, deshalb dürfen Frisöre auch wieder ihrer Arbeit in Pflegeheimen nachkommen, sagte Prettner. Auch der Aufenthalt im Freien sei – so die Gesundheitsreferentin – für die Bewohner eines Pflegeheimes möglich und seitens des Landes auch „erwünscht“.

Rückkehr in die Behinderteneinrichtungen

Hochgefahren würden ab Mai auch die 120 Einrichtungen der Behindertenhilfe. Betroffen davon sind 1.900 Menschen. Von den Vollzeitklienten seien rund 30 Prozent während der vergangenen Wochen von den Familien zu Hause betreut worden – „allerdings wurden jene Personen, wo es zu Hause zu Überforderungen gekommen ist oder wo Familienangehörige wieder berufliche Verpflichtungen wahrnehmen mussten, wieder in ihre Einrichtungen gebracht“, so Sigrid Samm, Leiterin des Bereiches Chancengleichheit im Behindertenwesen. „Mit 4. Mai werden wir nun mit regulären und schrittweisen Rückkehrmaßnahmen beginnen“, so Samm. Pro Woche sollen etwa 100 Klienten in ihre Betreuungseinrichtungen zurückkehren – „und das unter strikter Einhaltung der Hygiene- und Schutzmaßnahmen.“