Ein Bild von einem Ohr, darunter der Text „Ein Ohr für deine Sorgen“
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Soziales

Anrufe bei Telefonseelsorge nehmen zu

Während der Coronavirus-Krise laufen nicht nur bei der Arbeiterkammer oder beim AMS die Telefone heiß, auch die Telefonseelsorge der Caritas verzeichnet einen Anstieg an Anrufern. Viele suchen bei den Seelsorgerinnen und Seelsorgern Rat und Zuspruch in dieser schwierigen Zeit.

Zuhören – Mitgehen – Entlasten: Diese Grundsätze der Telefonseelsorge der Kärntner Caritas sind während der derzeitigen Coronavirus-Krise besonders gefragt. „Es gibt ja keine Face-to-Face-Beratung mehr, d.h. wir müssen das alles auf das Telefon umstellen. Menschen, die sonst auch sehr viele Sorgen und Ängste haben, haben die jetzt doppelt. Da braucht es einen 24-Stunden-Betrieb, da braucht es Beratung rund um die Uhr und das ist bei der Telefonseelsorge unter der Nummer 142 möglich“, so Caritas Direktor Ernst Sandriesser.

Anrufe bei Telefonseelsorge steigen

Während der Corona-Krise verzeichnet die Telefonseelsorge der Caritas einen Anstieg an Anrufern. Viele suchen bei den ausgebildeten Seelsorgern Rat und Zuspruch in dieser schwierigen Zeit.

Thema Coronavirus sehr dominant

Seitdem die Ausbreitung des Virus auch in Kärnten zugenommen hat, mehren sich die Anrufe und Anfragen zu diesem Thema. „Ganz wild ist es dann geworden nach der Pressekonferenz der Regierung als Ausgangsbeschränkungen bekanntgegeben wurden. Danach war in 90 Prozent der Gespräche diese Unsicherheit, was heißt das, was bedeutet das. Die Menschen haben Ängste, wissen nicht was das für sie bedeutet, ob sie jetzt arbeiten gehen müssen, ob sie überhaupt Geld bekommen. Wir merken, dass das Thema Corona derzeit sehr dominant ist“, so die Leiterin der Telefonseelsorge Silvana Fischer.

Eine Seelsorgerin telefoniert mit einem Ratsuchenden
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Die Ratsuchenden werden von den Seelsorgerinnen individuell beraten

Individuelle Beratung

Auf das, was die Ratsuchenden bedrückt, gehen die 66 ehrenamtlichen und drei hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger immer individuell ein. „Ein spezielles Schema gibt es nicht, weil jeder Anruf sehr individuell ist. Wir hören zu, was Ängste und Befürchtungen sind. Dann versuchen wir zu entlasten und auch Fachinformationen weiterzugeben, weil natürlich auch Anrufe kommen, was zu tun ist, wenn ein bestimmter Fall eintritt“, so Seelsorgerin Barbara Ogris.

Beratung via Chat beliebt

Stellen sich während des Beratungs-Gesprächs medizinische Fragen zum Coronavirus, verweisen die Seelsorgerinnen auch auf andere Hotlines. Die Beratung bei der Caritas erfolgt aber nicht nur über das Telefon, auch die Online-Beratung wird immer beliebter. „Gerade in Zeiten wie diesen ist die Chatberatung sehr präsent. Wir haben jetzt täglich von 18 bis 20 Uhr Live-Chats. Zusätzlich gibt es Termine, wo man sich jederzeit an uns wenden kann, per Mail oder per Chat. Grundsätzlich gilt jeder kann sich kostenlos und anonym registrieren, die Angebote auf unserer Seite aufrufen und uns schreiben“, so Ogris.

Ein Live-Chat der Telefonseelsorge
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Die Beratung über den Live-Chat erfreut sich großer Beliebtheit

Egal, ob nun über das Internet oder über die Notrufnummer 142, bei der Telefonseelsorge schenkt man Ihren Sorgen und Ängsten jedenfalls rund um die Uhr ein offenes Ohr.