Fresko im Dom
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Religion

Palmsonntag: Gottesdienste live im Internet

Am Palmsonntag beginnt die Karwoche. Da die Gottesdienste wegen der Coronavirus-Krise nicht mit Gläubigen in den Kirchen stattfinden können, werden viele Gottesdienste von den Kirchen selbst im Internet übertragen, auch die Messe im Klagenfurter Dom mit Bischof Josef Marketz.

Am kommenden Palmsonntag, dem 5. April, gedenkt die Katholische Kirche des Einzugs Jesu in Jerusalem. Da die Gottesdienste am Palmsonntag mit Segnung der Zweige und Prozession zur Kirche heuer nicht stattfinden, sind Gläubige eingeladen, die Palmzweige im Rahmen einer häuslichen Feier selbst zu segnen sowie die Palmsonntagsliturgien via Medien mitzufeiern.

Messe im Klagenfurter Dom

Diözesanbischof Josef Marketz wird am Palmsonntag um 10.00 Uhr im Klagenfurter Dom unter Einhaltung der behördlichen Vorgaben ohne physische Anwesenheit von mitfeiernden Gläubigen gemeinsam mit Dompfarrer Peter Allmaier (Zeremoniär) eine hl. Messe mit Segnung der Palmzweige feiern, die via Livestream auf der Internetseite der Katholischen Kirche übertragen wird. Musikalisch mitgestaltet wird der Gottesdienst von Dommusikassistentin Melissa Dermastia, Domkapellmeister Thomas Wasserfaller und Domorganist Klaus Kuchling an der Mathis-Orgel.

Am Palmsonntag streamen noch viele Kärntner Pfarren ihre Gottesdienste:

  • Die Stadtpfarre Klagenfurt-St. Theresia streamt die Liturgie zum Palmsonntag über den Youtube Kanal von Stadtpfarrer Arnulf Johannes Pichler und der Facebook-Seite der Pfarre.
  • Die Pfarre Klagenfurt-St. Josef/Siebenhügel überträgt am Palmsonntag um 10.00 Uhr den Gottesdienst mit virtueller Palmsegnung auf der Facebook-Seite der Pfarre.
  • Die Stadtpfarre Wolfsberg streamt die hl. Messe um 10.15 Uhr aus der Hauskapelle auf der Facebook-Seite der Pfarre
  • Die Palmsonntagsliturgie mit virtueller Palmsegnung aus der Pfarre Maria Rain wird um 10.00 Uhr via Livestream auf dem YouTube-Kanal der Pfarre „Wings of Church – Pfarre Maria Rain“
  • Der Gottesdienst aus der Stadtpfarrkirche Maria im Dorn in Feldkirchen wird am Palmsonntag um 10.00 Uhr live auf der Facebook-Seite der Pfarre übertragen.
  • Die Pfarre St. Veit im Jauntal/Št. Vid v Podjuni überträgt die zweisprachige Palmsonntagsliturgie um 9.30 Uhr auf Youtube.
  • Ebenfalls zweisprachig ist die Palmsonntagsliturgie in der Pfarre Eberndorf/Dobrla vas, die um 9.00 Uhr via Youtube-Livestream übertragen wird.

Palmsonntag Bedeutung

Mit dem Palmsonntag, dem letzten Fastensonntag, beginnt liturgisch die Karwoche (vom althochdeutschen „kara“ = Wehklage, Trauer), auch „Heilige Woche“ genannt, die an die Leidenszeit Jesu erinnert und die Gläubigen zum Osterfest führt. Die Liturgie des Palmsonntags beinhaltet zwei Aspekte: Einerseits die Erinnerung an den Einzug Jesu in Jerusalem, wo viele Menschen ihm mit Palmzweigen zujubelten, andererseits das Gedächtnis des Leidens und Sterbens Jesu Christi.

Viele Traditionen wirken zusammen

Aus diesem Grund wurde schon früh in der Lateran-Basilika in Rom, der Bischofskirche des Papstes, am Palmsonntag die Passion (lat. Passio = Leiden), also die Leidensgeschichte Jesu, vorgetragen. In der Feier des Palmsonntags fließen vielfältige Traditionen zusammen. So klingen in der Palmprozession, die schon im Jahre 400 vom Ölberg in die Stadt Jerusalem durchgeführt wurde, Elemente an, die ihren Ursprung in dem dritten großen jüdischen Wallfahrtsfest – dem Laubhüttenfest (Sukkoth) – haben. Seinen Namen hat der Palmsonntag von den Palmenzweigen, mit denen – wie im Johannes-Evangelium 12,13 berichtet – Pilger in Jerusalem Jesus bei seinem Einzug zujubelten.

Immergrüne Zweige statt Palmzweige

Der Gebrauch und die Segnung von Palmzweigen werden seit der Mitte des 8. Jahrhunderts bezeugt. Eine Palmprozession ist zunächst in Konstantinopel, dann in Gallien und im 11./12. Jahrhundert auch in Rom nachweisbar. Eigentliche Palmzweige sind Palmen- und Ölzweige. Die Palme gilt seit der Antike als Zeichen des Lebens, der Hoffnung, des Sieges und ist Attribut der christlichen Märtyrer, während Ölzweige als Symbol für den Frieden gelten. Statt echter Palmen- und Ölbaumzweige werden bei uns in der Regel grünende und blühende Zweige anderer Bäume, wie z. B. von Buchsbaum, Fichten, Wacholder oder Weiden, die bereits „Kätzchen“ tragen, verwendet.