Stadttheater Klagenfurt von außen
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Wirtschaft

Kulturmitarbeiter in Kurzarbeit

In der Coronavirus-Krise stehen zahlreiche Betriebe im Land still – das gilt auch für das kulturelle Leben. Unternehmer und Kulturinitiativen wissen derzeit nicht, wann sie wieder mit einem Start rechnen können, deshalb schicken einige ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Dass im Stadttheater Klagenfurt vor dem Sommer noch einmal der Vorhang vor Publikum aufgeht, glaubt derzeit niemand. Das bedeutet für das Haus, kein Eintrittsgeld und Produktionen müssen in die nächste Spielzeit ab Herbst verschoben werden. Für fast alle der 260 Stadttheater Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wurde ab Mittwoch für die kommenden drei Monate beim AMS Kurzarbeit beantragt.

„Mit blauem Auge davonkommen“

Dies in Absprache mit dem Betriebsrat, sagte Intendant Florian Scholz. Es gebe einige Schlüsselpositionen, die nicht auf zehn Prozent gehen können, aber der Großteil gehte in Zehnprozentmodus. Die nächste Spielzeit sei komplett geplant, er hoffe, dass man im Sommer proben könne. Wie hart das alles das Stadttheater finanziell trifft, will Scholz noch nicht beziffern. Dafür gebe es ja Kurzarbeit, da komme man mit einem blauen Auge davon.

MMKK in Heimarbeit

Bereits in Kurzarbeit sind die zehn Mitarbeiter der neuenbühnevillach. Ob Kurzarbeit auch für einen Teil der Belegschaft des Landesmuseum möglich ist, wird derzeit noch geprüft. Denn an sich sind Betriebe, die direkt im Landeseigentum stehen, von der Kurzarbeit ausgenommen. Heimarbeit leisten derzeit auch die Mitarbeiter des Museums Moderner Kunst Kärnten, von der Ausstellungsvorbereitung bis zum Schreiben von Katalogtexten. Ausstellungen können virtuell besucht werden.

Sommerfestivals wackeln

Zittern lässt die Coronaviruskrise auch die Veranstalter von Musik- und Kulturfestivals im Sommer. Veranstaltungen in April und Mai wurden ohnehin schon abgesagt. Niemand weiß derzeit, ob Aufführungen vor Publikum stattfinden können. Bei Absagen versuche die Landes-Kulturabteilung, mit allen Fördernehmern eine maßgeschneiderte Lösung zu finden, sagte deren Leiter Igor Pucker.

Auch für abgesagte Veranstaltungen würden eingereichte Belege abgerechnet. Auch würde man selbständige und freie Künstlerinnen und Künstler beraten, wo es für sie Überbrückungshilfe gebe, zum Beispiel gibt es einen Härtefonds der AKM.

Villach geht ins Internet

Die Stadt Villach bietet ab 2. April Texte von Autorinnen und Autoren im Internet an. Die Künstler können sich auch per Video präsentieren. Wöchentlich werde sich laut Referentin Gerda Sandriesser eine andere Person im Literaturbereich einer breiten Öffentlichkeit präsentieren.

Gleich einer gewohnten Präsentation im Dinzlschloss werden die Beiträge auch finanziell abgegolten, so Sandriesser. Den Beginn macht am Donnerstag Norbert Kröll, der zur Zeit in Wien arbeitet und lebt und mit zahlreichen Stipendien und Förderpreisen ausgezeichnet wurde.

Galerie Freihausgasse auf Facebook

Die Galerie Freihausgasse hat auch virtuell geöffnet. Nachdem die aktuelle Ausstellung von Johann Julian Taupe nicht besucht werden kann, war das Team kreativ und weicht auf die Facebookseite aus. Auch das Kunstvermittlungsangebot passt sich den veränderten Gegebenheiten an. Deshalb wird es auch in diesen Tagen weitergeführt und bietet auf unterschiedlichen Wegen die Möglichkeit, die Kunst von Julian Taupe kennenzulernen.