Lindwurm auf dem Neuen Platz
ORF/Ernst Janesch
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Politik

Klagenfurt und Villach kooperieren

Klagenfurt und Villach schließen sich zum Zentralraum Kärnten Plus zusammen. Hintergrund ist, dass Städte und Regionen in der EU unterhalb von 250.000 Einwohnern fast nicht sichtbar und damit auch nicht wettbewerbsfähig sind. Um die Kooperation voranzutreiben, wurde der Verein Twin Citys gegründet.

Kooperation trotz Wettbewerbs, so könnte man die am Donnerstag in Velden vorgestellte Zusammenarbeit der beiden größten Städte Kärntens zusammenfassen. Im Sinne europäischer Metropolpolitik schließen sich Villach und Klagenfurt zum Zentralraum Kärnten Plus zusammen, um wettbewerbsfähiger, erfolgreicher und damit zukunftsfähig zu werden.

Ausgangsbasis sind die Zentralraumstudie der Kärntner Landesregierung und die von der Industriellenvereinigung Kärnten in Auftrag gegebene Studio „Zentralraum Wörthersee“, die Smart City Strategie Klagenfurt und das Stadtentwicklungskonzept STVI Villach. Klagenfurts Bürgermeisterin Maria Luise Mathiaschitz (SPÖ) sagte dazu, man wisse, dass man im europäischen und internationalen Umfeld nur erfolgreich sein könne, wenn man gemeinsame eine Region bilde und koordiniert auftrete.

Kooperation in vielen Bereichen

Öffentlicher Nahverkehr, Raumplanung, Klimaschutz, gemeinschaftliche Anschaffung von Gerätschaften aber auch das Vorantreiben der Digitalisierung sowie einheitliche Standards bei Betriebsansiedelungen sind nur einige Beispiele für die Kooperation, die schon vor zwei Jahren angedacht wurde. Um jetzt Nägel mit Köpfen zu machen, wurde ein Verein zur Förderung der interkommunalen Zusammenarbeit für den Zentralraum Kärnten mit Sitz in Velden gegründet.

Hintergrund auch Fachkräftemangel

Der Posten des Geschäftsführers wird ausgeschrieben. Er oder sie soll sich künftig um Projekte aber auch EU-Förderungen kümmern. Die inhaltliche Arbeit wird auch in den Fachabteilungen der Magistrate erfolgen. Hintergrund der neuen Achse ist auch die prognostizierte negative Bevölkerungsentwicklung Kärntens und der herrschende Fachkräftemangel, so der Villacher Bürgermeister Günter Albel (SPÖ). Die beiden Regionen mit Klagenfurt und Villach werden als einzige wachsen, das sei dramatisch genug. Vom Fachkräftemangel sei jede Stadt und Gemeinde betroffen, so Albel. Man habe mit den Städten zwei Lokomotiven, die man mit den Gemeinden im Zentralraum zusammenbinden wolle.

Albl übernimmt heuer den Vorsitz für die Zwillingsstädte im Twin-City-Verein, 2022 folgt Klagenfurt. Die finanziellen Mittel insgesamt 480.000 Euro kommen von den ordentlichen Vereinsmitgliedern Villach und Klagenfurt. Später sollen auch die Industriellenvereinigung und das Land Kärnten als außerordentliche Mitglieder an Bord geholt werden.