Die Mauthner Klamm von Oben Blick auf steile bewachsene Felswand
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Chronik

Nach tödlichem Unfall: Klamm weiter gesperrt

Ein halbes Jahr ist es her, dass ein vier Jahre altes Mädchen in der Mauthner Klamm von einem Ast erschlagen worden ist. Der Wanderweg in der bis zu 200 Meter hohen Klamm ist seither gesperrt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, lässt sogar suchen, wo der morsche Ast der aufs Kind gestürzt ist, abgebrochen ist.

Der Sommerausflug einer Wiener Familie im oberen Gailtal, mit Wasserfall, Tunneln und Hängebrücken ist am 16. August des vergangen Jahres zum schlimmsten Ereignis geworden, das sich Eltern vorstellen können. Bei der Schwarbrunnenquelle stürzt ein armdicker Ast aus etwa 80 Metern auf die Urlauber.

Der Ast prallte noch von der Felswand ab, traf den Vater und dann das vier Jahre alte Kind, gleich neben ihm. Die Verletzungen an Kopf und Nacken waren so schwer, dass das Mädchen ins Krankenhaus geflogen wurde, dort aber den Verletzungen erlag.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Staatsanwaltschaft ermittelt in diesem Fall. Die Frage, die zu klären ist: war der Unfall höhere Gewalt? Am Tag zuvor zog ein heftiges Gewitter mit Starkregen über Kötschach-Mauthen. Oder kann man für den Tod des Kindes jemanden verantwortlich machen? Den Weg durch die Klamm betreut die Gemeinde. Hat sie etwas verabsäumt. Wurden Fehler gemacht, wie hat die Kontrolle des Weges ausgesehen, hätte das Ausflugsziel überhaupt offen sein dürfen?

Suche nach Baum

Die Staatsanwaltschaft geht aber noch einen Schritt weiter. In einer spektakulären Aktion suchten vor einer Woche Alpinpolizisten das Gelände über der Unfallstelle ab, nach dem Baum, von dem der Ast abbrach, der das Kind tötete. Hier ist die Frage, hätte man die Gefahr erkennen können und welche Verantwortung hat der Besitzer des Waldes im steilen Gelände über dem Hang? Das wird das Gericht beurteilen müssen. Die Ermittlungen nach dem Tod einer Vierjährigen sind noch nicht abgeschlossen. Das Ausflugsziel Mauthner Klamm wurde sofort nach dem Unfall gesperrt. Ob der Weg heuer wieder geöffnet wird, sei unklar, heißt es aus der Gemeinde.