Mahnwache Pflegepersonal vor ÖGB Klagenfurt
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Chronik

Mahnwache: Pflegestreiks möglich

Pflegekräfte fordern die Einführung der 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Weil die Heimbetreiber das derzeit für nicht machbar halten, lud die Gewerkschaft am Donnerstagabend zu einer Mahnwache in Klagenfurt geladen. Der ÖBG schließt Streiks nicht aus.

Gewerkschaftsvertreter Valid Hanuna sagte, für alle, die Teilzeit beschäftigt seien, bringe die Forderung mehr Lohn. „Für die Wenigen, die hundert Prozent arbeiten, bringt das ein bisschen mehr Freizeit und dadurch ein bisschen mehr Zeit zum Erholen“, so Hanua.

ÖGB-Präsident Hermann Lipitsch unterstrich in seiner Rede vor zahlreichen Teilnehmern an der Mahnwache, dass der ÖGB die Streikfreigabe erteilt habe: „Wenn am Montag nichts weiter geht stehen wir in den Firmen.“

Pfleger wollen 35-Stunden-Woche

Mit Stand 1. Februar gibt es in Kärnten 2.715 Ärztinnen und Ärzte. Doch manche Spezialfächer werden dringend gesucht, darunter Strahlenmediziner, Pathologen, Anästhesisten oder Jugendpsychiater. Genügend Ärzte gibt es in der Dermatologie, Augenheilkunde oder innere Medizin.

Private Heimbetreiber orten Versorgungsengpass

Den steigenden Fachkräftemangel in der Pflege beklagen auch die privaten Heimbetreiber, eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich ist für sie aber keine Lösung, so Christian Polessnig, der Sprecher der Heimbetreiber. Er sagte, es könne bei einer Umsetzung keine Versorgung in der gewohnten Form gewährleistet sein. Aktuell sei der Bedarf an Pflegekräften bereits hoch: „Wir haben de facto keine arbeitslosen Pflegekräfte am Kärntner Arbeitsmarkt.“ Derzeit arbeiten Pflegekräfte 38 Stunden pro Woche.

Mahnwache Pflegepersonal Klagenfurt
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Kerzen für 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich

Prettner: Umstellung auf einen Schlag „unrealistisch“

Die Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ) zeigt Verständnis für die Pflegekräfte, rechnet aber auch vor: Bei einer 35-Stunden-Woche bräuchte Kärnten um 266 Vollzeitarbeitskräfte mehr. Das wären für das Land, also die Steuerzahler, jährliche Mehrkosten von 13 Millionen Euro. Prettner: „Es ist auf einen Schlag nicht zu machen. Das ist unrealistisch.“

Mahnwache Pflegepersonal Klagenfurt
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Teilnehmer der Mahnwache

Öffentliche höhere Schulen: Prettner sieht Bund am Zug

Wie die Heimbetreiber fordert auch Prettner, es müssten mehr Pflegefachkräfte ausgebildet werden, doch der Bund blockiere das derzeit an öffentlichen höheren berufsbildenden Schulen. Laut Prettner hätte der Bund gerade bei der Ausbildung die Möglichkeit die Länder zu unterstützen.

Die Caritas als privater Schulbetreiber will im Herbst eine neue berufsbildende Schule mit Matura und Pflegeschwerpunkt starten.

Pflegerinnen mit Seniorin mit Rollator in Pflegeheimgang
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Der Bedarf an Pflegekräften steigt