Ein Notarztwagen
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Politik

Enquete zur Notarzt-Situation

Bei den Notarzt-Diensten ist es rund um den Jahreswechsel zu Engpässen gekommen, ebenso bei der hausärztlichen Wochenend-Bereitschaft. Auf Antrag der FPÖ debattierte der Landtag in einer Sondersitzung wie Kärnten mit der Thematik umgehen soll. Eine Landtagsenquete wurde einstimmig beschlossen.

Ende Dezember konnten erstmals zwei Notarztdienste in Villach und Spittal nicht besetzt werden. Beim hausärztlichen Bereitschaftsdienst gab es am ersten Jänner-Wochenende in mehreren Sprengeln Probleme. „Das ist nicht so leicht vom Tisch zu wischen mit der Aussage, na gut das ist ein Einzelfall. Für uns ist das der Beginn einer Versorgungskrise. Wenn man mit Ärzten redet, zeigen sie einem das auch Tag für Tag, eigentlich schon Jahr für Jahr auf“, so FPÖ-Obmann Gernot Darmann.

Eine Sitzung im Kärntner Landtag
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In einer Sondersitzung des Kärntner Landtages wurde über die Notarzt-Situation debattiert

23 Fragen an Gesundheitsreferentin

Die FPÖ stellte deshalb 23 Fragen an Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ). Die Freiheitlichen fordern höhere Honorare, Sonderverträge für bereits pensionierte Notärzte und eine verstärkte Ausbildung samt einem Stipendium für Jungmediziner, wenn diese sich anschließend zu Diensten verpflichten.

Prettner: Panikmache der FPÖ

Prettner warf der FPÖ Panikmache vor. Von 6.000 Notarztdiensten im Jahr seien zwei unbesetzt gewesen. Eine Studie sei soeben fertig geworden, nun seien Maßnahmen in Ausarbeitung. „Ich bitte sie, bezüglich der konkreten Details noch ein wenig zu gedulden, aber ich möchte an dieser Stelle auch versichern, dass aus dieser Studie hervorgeht, dass unser Notarztsystem ausgezeichnet funktioniert“, so die Gesundheitsreferentin. Prettner sei auch dafür, mehr Spitalsärzte für Notdienste anzustellen, das gehe aber nur Schritt für Schritt.

Köfer: Mehr Befugnisse für Notfallsanitäter

Das Team Kärnten will, dass Notfallsanitäter künftig mehr dürfen als bisher. „Sie sollen einen Notarzt nicht ersetzen, das können und werden sie auch nicht, aber sie sollen vor Ort in der Erstversorgung sehr wertvolle Dienste leisten. Diese Notfallsanitäter sind bestens ausgebildete Leute und haben mit 400 Praxis- und Theoriestunden, einen Kompetenz in diesem Bereich, die ihres Gleichen sucht“, sagte Gerhard Köfer.

Ein Notarztwagen im Einsatz
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Eine Fachtagung zum Thema ärztliche Versorgung wurde in der Sitzung einstimmig beschlossen

Landtagsenquete beschlossen

Die ÖVP sagte, die medizinische Versorgung sei in Kärnten vorbildlich. Verträge zwischen Ärzten und Krankenkasse müssten aber nachgeschärft werden, schlug Klubobmann Markus Malle vor „Wir müssen eine Verpflichtung der Mediziner herbeiführen, weil nur zu sagen, bitte da habt ihr gratis euren Studienplatz und wir machen irgendein Stipendiensystem wird zu wenig sein. Es bedarf einer Nachschärfung der Verträge zwischen der ÖGK und der Ärzteschaft“.

Den freiheitlichen Dringlichkeitsanträgen erteilten SPÖ und ÖVP am Donnerstag nicht die notwendige Mehrheit, sie kündigten aber an „am 18.Februar eine öffentliche Sitzung zu machen mit Experten, der Presse, mit allen Interessierten, damit man eben Nägel mit Köpfen machen kann“, so SPÖ-Abgeordnete Waltraud Rohrer. Eine von der FPÖ beantragte Landtagsenquete, also eine Fachtagung zum Thema ärztliche Versorgung, wurde einstimmig beschlossen.