Unwetter Schäden Stockenboi
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Chronik

Oberkärnten: Unwetterschäden enorm

Die Aufräumungsarbeiten nach den schweren Unwettern vor zwölf Tagen gehen weiter. Der Schaden ist enorm, das genaue Ausmaß ist aber noch unbekannt. Hauptbetroffen waren wieder die Gebiete, in denen schon das Sturmtief Vaia 2018 große Schäden anrichtete. Auch an deren Beseitigung wird noch gearbeitet.

Sturmspitzen bis zu 200 Kilometer pro Stunde und mehr als 600 Liter Regen pro Quadratmeter brachte das Sturmtief Vaia im Oktober 2018 in Kärnten. Die Folgen waren Überschwemmungen, Murenabgänge und tausende Hektar zerstörter Wälder – mehr dazu in Ein Jahr nach dem Jahrhunderthochwasser.

Zerstörte Wälder
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Das Sturmtief Vaia richtete im Jahr 2018 enorme Schäden in Oberkärnten an

1,5 Millionen Festmeter Schadholz im Schutzwald

Auch, wenn die Aufräumungsarbeiten im Frühjahr und Sommer zügig vorangegangen sind, sind im Lesach- und dem Mölltal noch längst nicht alle Spuren beseitigt, sagte Andreas Pichler von der Wildbach- und Lawinenverbauung. Alleine im Schutzwald habe es 1,5 Millionen Festmeter Schadholz gegeben. „Tausende Flächen waren betroffen, ca. 2.500 Hektar waren vom Wind ganz stark betroffen.“

Für die Aufarbeitung dieser Schäden stellten Bund, Land, Gemeinden und die Schutzwaldverbände Millionen Euro bereit, sagte Pichler. „Wir sprechen hier auch von flächenwirtschaftlichen Projekten, wo der Anteil an technischen Maßnahmen entsprechend hoch ist, um Steinschlag- und Lawinenverbauungen, aber auch Wildbachverbauungen mit finanzieren und abdecken zu können. Aber auch in den Schutzwald müssen in den nächsten zehn bis 15 Jahren mehr 60 Millionen Euro verbaut werden.“

Mure Feld am See
ORF/Lisa Natmessnig
Hochwasser und Hangrutschungen haben neuerlich Millionenschäden angerichtet

Neue Schäden in Höhe von 40 bis 60 Millionen Euro

Angesichts der Schäden, die die jüngsten Unwetter verursacht haben, wird diese Summe wohl bei weitem nicht reichen, sagte Pichler. „Die Schadenssummen können noch gar nicht beziffert werden, weil sehr viele Seitentäler noch gar nicht zugänglich sind. Die müssen in den nächsten Tagen und Wochen noch beflogen werden.“

Derzeit sei davon auszugehen, dass die Schäden enorm sind, sagte Pichler. „Der Versicherungsverband hat ja vor einigen Tagen schon gesagt, dass wir für Österreich insgesamt jenseits der 100 Millionen Euro liegen werden. Wir gehen davon aus, dass allein die Schäden in Kärnten zwischen 40 und 60 Millionen Euro betragen werden.“

Versicherungen schätzen dreistellig

Die UNIQA rechnet nach APA-Anfrage in einer ersten Schätzung bei ihren Kunden österreichweit mit Schäden von rund fünf Mio. Euro, die Wiener Städtische mit zwei Mio. Euro. Die Kärntner Landesversicherung geht für Kärnten von versicherten Schäden bei allen Assekuranz-Unternehmen im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich aus. Insgesamt rechne man für das Bundesland mit Schäden eher in dreistelliger Millionenhöhe.

Die Schäden könnten aber noch nicht final beurteilt werden, es seien noch nicht alle Schadensmeldungen eingegangen, nicht zuletzt deshalb, weil die betroffenen Ortschaften teilweise noch gar nicht erreichbar seien. Die Versicherungen empfehlen den betroffenen Kunden, die Schäden bestmöglich zu dokumentieren und sobald das Schadensausmaß feststeht, den Schadensfall rasch zu melden.