Wirtschaft

Fachkräftemangel als Wirtschaftsbremse

Ein Drittel der Kärntner Unternehmen kann offene Stellen nicht besetzen, hat eine Konjunkturumfrage der Arbeiterkammer unter 242 Betriebsräten ergeben. Der Fachkräftemangel sticht als großes Problem hervor. Die AK sieht kein Konjunktur-, sondern eher ein ein Strukturproblem.

Besonders betroffen sind das Bauwesen und die Gastronomie. Die Anforderungen an die Arbeitnehmer steigen weiter, Niedrigqualifizierte werden die Verlierer sein. Die Problematik betrifft nicht aber nicht nur Fachkräfte im engeren Sinn. Die Ergebnisse der Befragung deuten auf einen generellen Arbeitskräftemangel hin, der sich mit der demografischen Entwicklung verschärfen wird.

Bildung und Schlüsselkompetenzten

An der Konjunkturumfrage nahmen 242 Betriebsräte teil, die rund 60.500 Beschäftige in Kärnten vertreten. Das sind rund ein Drittel aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Der Präsident der Arbeiterkammer, Günther Goach, sagte dazu, Kärnten müsse Bildung und Schlüsselkompetenzen fördern. Betriebe planen Personalaufbaumaßnahmen, obwohl sie sinkende Erwartungen an die Auftragslage haben. Die meisten Betriebe sind immer noch bereit, auch Lehrlinge auszubilden.

Regionen fördern

Der Arbeitsmarkt werde laut AK für ältere und geringer Qualifizierte immer schwieriger, daher sei lebenslanges Lernen für alle sehr wichtig. Für Frauen müsse es mehr berufliche Entwicklungsmöglichkeiten geben, sie sollten für technische Berufe interessiert werden. Dazu müssten flächendeckend Kinderbetreuungseinrichtungen geben, so Goach. Das Strukturproblem sieht Goach in der Abwanderung in Richtung Zentralraum Kärnten. Die Regionalpolitik müsse ihre Strategien anpassen und jeweilige regionale Stärken entwickeln. Auch der öffentliche Verkehr müsste verbessert werden, ebenso wie der Breitbandausbau vorangetrieben werden, so die Arbeiterkammer.

Team Kärnten Obmann Gerhard Köfer sagte in einer Reaktion, der Fachkräftemangel sei das größte Problem der Wirtschaft. Laut Studien drohe er ab 2022 bzw. 2023 chronisch zu werden. Köfer sagte, wichtig sei es, Gegenmaßnahmen zu setzen und das Bildungssystem zu aufzustellen, dass es für künftige Aufgaben gewappnet sei. Kärnten solle außerdem als Industrie- und Bildungsstandort aktiv vermarktet werden.