Kultur

Rizzi-Preis an Katja Sturm-Schnabl

Der diesjährige Vinzenz-Rizzi-Preis des Zentralverbandes slowenischer Organisationen sowie des Slowenischen Kulturverbandes ist Donnertagabend an die Kärntner Slowenin Katja Sturm-Schnabl verliehen worden.

Die Wissenschaftlerin, Autorin und gesellschaftspolitische Aktivistin überlebte während des zweiten Weltkriegs als sechsjähriges Kind die Deportation in ein deutsches Aussiedlungslager – mehr dazu in volksgruppen.ORF.at.

Katja Sturm-Schnabl
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Katja Sturm-Schnabl

In seiner Laudatio sagte der Wissenschaftler und langjährige Wegbegleiter Johannes Koder zu Katja Sturm-Schnabl als Zeitzeugin, sie praktiziere eine weitgehende Dialogbereitschaft: „Hier seien vor allem ihre Berichte vor Kindern und Lehrern im Rahmen des Schulunterrichts, verbunden mit Diskussionen, hervorgehoben, da diese Dialogform eine sachliche Konfrontation der jungen Generation mit der Realität der Vergangenheit ermöglicht.“

Umfangreiches Werk

hr wissenschaftliches Opus umfasst sechs Buchausgaben, darunter ihr Opus magnum „Der Briefwechsel Franz Miklosichs mit den Südslaven“. Beim Fonds für wissenschaftliche Forschung in Österreich beantragte sie das Projekt der „Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten…“ das bewilligt und finanziert wurde.

Sie redigierte drei bändige Enzyklopädien gemeinsam mit ihrem Sohn Bojan Illija – Schnabl und gab sie 2016 beim Böhlau Verlag heraus. Sie verfasste 99 wissenschaftliche Abhandlungen, die in slowenischer, französischer, russischer, serbokroatischer, deutscher und eine in japanischer Sprache erschienen sind. In Printmedien veröffentlichte sie 22 Abhandlungen. Aus dem Französischen, dem Serbokroatischen und Slowenischen übersetzte sie dre Bücher und 128 wissenschaftliche Artikel.

Der Preis ist benannt nach Vinzenz Rizzi, einem katholischen Priester aus Kärnten, der sich für die Gleichberechtigung der Völker und besonders die von Slowenen und Deutschen einsetzte. Er wurde 1816 in Spittal geboren und starb 1856 in Klagenfurt.