Bundesadler im Gerichtssaal
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Gericht

Mehrere Jahre Haft für zwei Drogendealer

Zwei Nigerianer sind am Freitag am Landesgericht Klagenfurt wegen Suchtgifthandels zu mehreren Jahren Haft verurteilt worden. Die beiden hatten über Monate hinweg mit Heroin und Kokain gehandelt, sie zeigten sich vor dem Schöffensenat geständig. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richter Gernot Kugi verurteilte den 34 Jahre alten Mann zu 3,5 Jahren Haft, der 24-Jährige erhielt zwei Jahre Haft. Den beiden Männern waren Kriminalbeamte bei Ermittlungen gegen einen riesigen Drogenring auf die Spur gekommen. Laut Staatsanwältin Sandra Agnoli umfasst dieser Ring wohl mehr als 100 Personen, rund 40 Festnahmen hatte es bereits gegeben.

Beweislast erdrückend

Die Beweislast gegen die beiden Angeklagten war erdrückend. Neben Zeugenaussagen lagen auch die Protokolle von Telefonüberwachungen vor, in denen über Deals und Drogentransporte gesprochen wurde. So habe der 34-Jährige Subdealer angewiesen, mit welchem Zug sie nach Wien fahren und an welcher Adresse sie Drogen abholen sollten.

Die Angeklagten hätten in dem Netzwerk keine große Rolle gespielt, attestierte die Staatsanwältin. „Aber auch kleine Rädchen halten das Werk am Laufen“, sagte Agnoli. Auch Richter Kugi betonte in seiner Urteilsbegründung, der Suchtgifthandel habe einen hohen sozialen Störwert. „Es gibt immer wieder Drogentote in Kärnten.“

Männer nahmen ihr Urteil an

Der Strafrahmen hatte für die Angeklagten, die im Rahmen einer kriminellen Vereinigung tätig waren, ein bis zehn Jahre betragen. „Da war überhaupt kein Raum für eine teilbedingte Strafe“, sagte der Richter.

Der 24-Jährige war bereits im Jahr 2017 in Wien zu einer bedingten Haftstrafe verurteilt worden, weil er Kokain verkauft hatte. Die bedingte Nachsicht wurde nun widerrufen, weshalb er für zweieinhalb Jahre in Haft muss. Die beiden Männer nahmen das Urteil an, auch die Staatsanwältin erklärte Rechtsmittelverzicht.