Nachrichten schreiben am Steuer
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Chronik

Umfrage: Jeder 4. lässt sich ablenken

Der ÖAMTC hat 700 Kärntner zu ihrem Fahrverhalten und den für sie größten Ärgernissen im Straßenverkehr befragt. Ein Drittel der Kärntner fährt zu schnell und jeder vierte schreibt beim Fahren Nachrichten – eine der häufigsten Unfallursachen.

Laut der ÖAMTC-Umfrage gab ein Viertel der 700 Befragten an, während der Autofahrt zumindest fallweise Nachrichten zu schreiben oder ohne Freisprecheinrichtung zu telefonieren. Ein alarmierendes Ergebnis, da Ablenkung am Steuer zu einer der häufigsten Unfallursachen im Straßenverkehr zählt. In Österreich ist sie – laut ÖAMTC – gemeinsam mit Unaufmerksamkeit für 37,6 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden verantwortlich.

Diese Studie zeigte, dass viele Lenker diese Ablenkungen offenbar als Risiko zu wenig ernst nehmen. Cornelia Frieser vom ÖAMTC-Kärnten sagte, es falle auf, dass die Ablenkung zunehme. „Das ist auch die logische Schlussfolgerung daraus, dass die Technologien in unseren Autos immer mehr Einzug halten. Wir appellieren an die Autofahrer, sich in der Zeit, in der man im Auto sitzt, wirklich auf den Verkehr zu konzentrieren und auf das Handy zu verzichten.“

„Jeder dritte fährt schneller als erlaubt“

Sportlich und zügig – so beschreiben über die Hälfte der Befragten ihren Fahrstil. Wenn es die Verkehrssituation zulässt, fährt jeder dritte Kärntner auch gerne schneller als erlaubt. Weitere 48 Prozent geben an, zumindest teilweise zu schnell unterwegs zu sein. Behindern zu langsame Verkehrsteilnehmer ein rasches Vorankommen im Straßenverkehr, versuchen fünf Prozent aller Befragten den schleichenden Vordermann durch dichtes Auffahren zum Beschleunigen zu bewegen. Ein Viertel der Befragten bekennt sich dazu, diese Praxis zumindest teilweise anzuwenden.

Gleichzeitig stört dieses Verhalten zwei Drittel der Befragten. „Wenn knapp 40 Prozent der Kärntnerinnen und Kärntner angeben, dass sie sich beim Autofahren oft lautstark aufregen, dann führt das – gepaart mit Frustration, Aggression oder Stress – zu risikoreichen Autofahrten, die dann leider oft mit eiem Unfall enden“, sagte Frieser.

Zu schnelles Auto auf einer Bundesstraße
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Ein Drittel der Befragten fährt zu schnell

Rücksichtnahme nicht selbstverständlich

Außerdem gaben 15 Prozent der Kärntner an, bei gelb noch über die Ampel zu fahren. Mehr als die Hälfte der Autofahrer steigt bei einer gelben Ampel zumindest teilweise noch aufs Gas. 46 Prozent aller Befragten gaben zu, sogar schon einmal bei Rotlicht über die Ampel gefahren zu sein.

Rücksicht nehmen im Straßenverkehr ist längst nicht für jeden Autofahrer selbstverständlich. Die Mehrheit der Kärntner Bevölkerung schätzt ihr Fahrverhalten als vorausschauend und rücksichtsvoll ein. Allerdings geben noch immer elf Prozent der Befragten an, ihr Fahrzeug nicht mit besonderer Rücksicht auf die anderen Verkehrsteilnehmer durch den Straßenverkehr zu manövrieren.

Gurtpflicht wird von meisten eingehalten

Sicherheit hat beim Autofahren für 79 Prozent der Befragten oberste Priorität, nach dieser Prämisse lenken sie auch ihren Pkw. Rund 17 Prozent legen ihren Schwerpunkt lediglich teilweise auf die Sicherheit im Straßenverkehr. Bei der Anschnallpflicht zeigen sich die meisten Kärntner hingegen vorbildlich. Die Befragung hat ergeben, dass mit rund 88 Prozent die deutliche Mehrheit der Autofahrer bei jeder Fahrt den Sicherheitsgurt anlegt.

Drängler zählen zu größten Ärgernissen

Für die größten Ärgernisse sorgen bei den Befragten drängelnde bzw. zu geringen Abstand haltende Fahrer. Diese werden im Rückspiegel als besonders negativ wahrgenommen und von der Hälfte aller Befragten als störend empfunden. Sicherheitsgefährdende Fahrweisen wie abruptes Abbremsen und Nicht-Blinken sind ebenfalls vielen Kärntnern ein Dorn im Auge. Auch ärgerlich aus Sicht vieler: Wenn Autofahrer eindeutig abgelenkt sind oder andere Lenker einfach nicht die Spur wechseln lassen.

Appell: „Unnötige Ablenkung vermeiden“

„Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass Ablenkung am Steuer von vielen nicht als ernstzunehmende Gefahr wahrgenommen wird. Doch wer bei Tempo 130 für nur drei Sekunden eine Nachricht liest, legt über 100 Meter im Blindflug zurück. Das kann im schlimmsten Fall tödlich enden", so Johann Mutzl, Präsident des ÖAMTC Kärnten. Im Sinne der Verkehrssicherheit aller, solle man laut Mutzl unnötige Ablenkung im Straßenverkehr vermeiden.