Chronik

Aufregung in Schiefling zu Baulandwidmung

Das aktuelle Entwicklungskonzept in der Gemeinde Schiefling sorgt für Aufregung. Eine Gemeinde ist laut derzeitiger Rechtslage verpflichtet, alle zehn Jahre ein Konzept zu erstellen. In Schiefling sind auf einem Acker mehrere Parzellen für eine mögliche Baulandwidmung vorgesehen. Anrainer formieren sich nun gegen Gemeinde und Land.

Derzeit wächst in der Ortschaft Goritschach in Schiefling am Wörthersee Getreide, auf einer Ackerfläche in der Größe von 13.000 Quadratmetern. Im neuen örtlichen Entwicklungs-Konzept sieht die Gemeinde vor, vier bis fünf Parzellen entlang der Straße, etwa 4000 bis 5000 Quadratmeter Grund, als Bauland zu widmen, sollte jemand einen Antrag stellen. Das sorgt in der Nachbarschaft für Aufregung, der Acker dürfe in Zeiten der massiven Bodenversiegelung nicht zerstört werden, sagte Anrainerin Nicole Beese.

Wörtherseeblick befeuert Spekulationen bei Anrainern

„Wir haben unter anderem einen Wohnbaulandüberhang in Schiefling von 25 Jahren. Allein auf Kärnten heruntergebrochen werden täglich Flächen im Ausmaß von fünf Fußballfeldern zubetoniert und wir glauben, dass diese Entscheidung gerade im Ortsteil Goritschach eine Fehlentscheidung ist“, so Beese.

Die Nachbarin des Ackers hat auch Unterschriften gesammelt. 47 von 117 Anrainern hätten demnach unterschrieben. Es geht die Angst um, dass ein Investor einen großen Wohnblock in der direkten Nachbarschaft bauen könnte. Der gute Wörtherseeblick, wie es heißt, würde die Spekulationen noch befeuern. „Also wir gehen sogar davon aus, wenn der eine geschlossene Bauweise wählt, das irgendwie mit 20 oder 30 Reihenhäusern zumacht, um diesen Wörtherseeblick zu vergolden oder zu versilbern, wie auch immer man das bezeichnen möchte“, so die Anrainerin.

Bürgermeister gibt Anrainern Mitspracherecht

Laut Bürgermeister Valentin Happe (ÖVP) plane die Grundstücks-Besitzerin nicht, Parzellen zu verkaufen. Es habe sich bisher auch kein Investor bei der Gemeinde gemeldet, um in Goritschach etwas bauen zu wollen. „Grundsätzlich schließe ich das aus, dass das auf diesem Grundstück möglich ist. Es sind ja nur vier bis fünf Bauparzellen für Einfamilienhäuser möglich, so auch der textliche Bebauungsplan und ich habe auch Frau Beese und den anderen Betroffenen mitgeteilt, dass sie ein Mitspracherecht bei einem möglichen Umwidmung haben werden“, so Happe.

Nicole Beese ist aber, wie sie sagt, von dem Vorschlag wenig angetan, weil bei einem möglichen Bürgermeisterwechsel in den kommenden Jahren, dieses Versprechen wertlos sei. Laut textlichem Bebauungsplan der Gemeinde sei pro Parzelle – also etwa 1.000 Quadratmeter Grund – jeweils ein Gebäude mit maximal 400 Quadratmeter Fläche zulässig. Somit scheide ein Wohnblock kategorisch aus.

Bürger freuen sich auf Informationsveranstaltung

Der Bürgermeister einer Gemeinde ist die oberste Baubehörde, in dieser Funktion sehe man sich immer häufiger mit massivem Gegenwind konfrontiert, sagt Valentin Happe. „Ich werde das auch dem Gemeindevorstand mitteilen, dass wir das so zugesagt haben. Der Amtsleiter war bei dieser Besprechung dabei und es wirf auch einen Aktenvermerkt darüber geben, der auch dem Gemeinderat als solches auch vorliegen wird“, so der Bürgermeister.

Mit Vorfreude erwarten die Anrainer eine Infoveranstaltung in der Gemeinde, bei der mit Raumplanern des Landes das örtliche Entwicklungskonzept besprochen werden soll.