Lukas Müller im ORF Studio
ORF
ORF
Sport

Lukas Müller wird Skisprungtrainer

Nach seinem schweren Sturz bei der Skiflug-WM am Kulm 2016 macht der Kärntner Lukas Müller, der seither im Rollstuhl sitzt, eine Ausbildung zum Skisprungtrainer. Mitte September wird er zur Prüfung antreten.

Der Kärntner hatte bei dem Unfall einen inkompletten Querschnitt erlitten. Seither kämpfte er sich zurück, im Juni veröffentlichte er ein Video, das zeigt, wie er die ersten Schritte – ohne Krücken – macht.

Die ersten Schritte von Lukas Müller

Das Video seiner Therapeutin zeigt die ersten Schritte des ehemaligen Skispringers – drei Jahre nach seinem schweren Sturz. „Schon ein bisserl eine Sensation“, so Lukas Müller.

„Manchmal hilft es, an Unmögliches zu glauben“

Im ORF-Interview am Dienstag sagte der 27-Jährige über seine ersten Schritte nach dem Unfall. „So schön wie es ist, das Video zu veröffentlichen, so gibt es aber natürlich auch vieles, was sich seit meinem Unfall nicht verändert hat. Ich bin immer noch mit dem Rollstuhl da.“ Viele Probleme und Einschränkungen, die er seit dem Unfall habe, seien nicht sichtbar.

Aber der junge Kärntner gibt nicht auf und glaubt an weitere Wunder. „Das war schon ein bisschen eine Sensation, dass ich wieder gehen kann. Manchmal hilft es, an Unmögliches zu glauben.“

Lukas Müller
ORF
Lukas Müller spricht am Dienstag im ORF-Interview in Klagenfurt über seine Zukunftspläne

Prüfung Mitte September

Der nächste Schritt für ihn: Müller absolviert momentan die Ausbildung zum Skisprungtrainer. „Am 20. und 21. September ist die Trainerprüfung.“ Und dabei sei er in prominenter Gesellschaft. „Andi Goldberger ist dabei, aber auch Andi Kofler und Willi Denifl müssen die Schulbank drücken – genauso wie ich.“ Auf die Frage, wie er denn jemandem das Skispringen beibringen will, wenn er selbst im Rollstuhl sitzt, sagte Müller: „Dann muss ich halt den Rollstuhl wegtun.“ Wichtig für ihn sei es jedenfalls, eine Aufgabe zu haben. „Da vergisst man dann auch, dass man im Rollstuhl sitzt.“

„Nicht beim ÖSV“

Beim ÖSV will er – nach absolvierter Trainerprüfung – nicht arbeiten. Er hatte ja nach seinem Unfall den ÖSV geklagt und Recht bekommen. Sein Unfall wurde vom Verwaltungsgerichtshof als Arbeitsunfall und nicht – wie vom ÖSV – als „Freizeitunfall“ eingestuft.