Ein Polizeimotorrad lotst einen Lkw auf einen Parkplatz
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Lkw-Prüfzug deckt schwere Mängel auf

Der Lkw-Prüfzug des Landes macht am Dienstag unangekündigt in Lavamünd Station. Dort klagen Anrainer über eine massive Verkehrs-Belastung. Jeder zweite Lkw muss vorerst aus dem Verkehr gezogen werden. Vielfach werden Abgaswerte manipuliert.

Beleuchtung, Bremsen, Fahrwerk – geprüft werden die Schwerfahrzeuge auf Herz und Nieren, sagt Bernhard Sittlinger vom Lkw-Prüfzug des Landes. „Die Statistik des vergangenen Jahres zeigt, dass 46 Prozent der kontrollierten Schwerfahrzeuge schwere Mängel aufwiesen – das heißt eine Weiterfahrt war möglich, jedoch waren diese Mängel umgehend in einer Werkstätte zu beheben.“

Ein Lkw auf dem mobilen Prüfzug im Vordergrund mehrere Personen, darunter auch Polizisten
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Der mobile Lkw-Prüfzug unterzieht einen Lkw einer Kontrolle

Lkw werden ganz genau unter die Lupe genommen

Kein Weg führt an Prüfer Otto Perdacher vorbei, er ist einer der Spezialisten des mobilen LKW-Prüfzuges des Landes, der sich jeden der von der Polizei hierher gelotst wird, ganz genau ansieht. Bei einem Kleintransporter aus Marburg kommt sogar der erfahrene Spezialist aus dem Staunen nicht mehr heraus. „Dieser Lkw hat schon starke Anrostungen im Trägerbereich. Ganz schlimm ist auch, dass der Unterlegskeil komplett abgerostet ist. Die Aufhängung ist verrostet, das heißt früher oder später kann es passieren, dass der Keil runter fällt und so eine Gefahr auf der Straße darstellt“, so Perdacher.

Prüfer Otto Perdacher zeigt Mängel an einem Lkw
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Prüfer Otto Perdacher zeigt, dass der Unterlegskeil des Lkw verrostet ist

Von der Polizei wird jeder Mangel genau mitnotiert. Der Kleintransporter aus Marburg hat auch noch dazu eine gebrochene Radmutter, schlechte Bremsen, und das Reifenprofil ist auch nicht mehr im Toleranzbereich. „Die Fahrer sind teilweise sogar froh, dass sie überprüft werden. Gerade im internationalen Verkehr sind sie nicht so oft zu Hause. Bei den Kontrollen kommen Mängel heraus, die die Fahrer oft nicht auf den ersten Blick bemerken“, so Norbert Rohseano von der Landesverkehrsabteilung.

Schwerer Mangel bei einem Lkw
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Viele Lkw weisen schwere Mängel auf

Im Konkreten Fall sind das mehrere hundert Euro die für Gutachten und die Mängel zu bezahlen sind, abgerechnet wird über den Frächter, schwere Mängel müssen umgehend bei den nächsten KFZ- Werkstätten behoben werden.

Hoher „Gefahr in Verzug“-Anteil überrascht Prüfer

Circa 25 Prozent der Fahrzeuge mussten wegen „Gefahr in Verzug“ abgestellt werden – "das heißt, dass eine Gefährdung der Verkehrs– und Betriebssicherheit gegeben war“, so Sittlinger. Diese Zahlen seien insofern überraschend, als "wir davon ausgehen, dass diese Fahrzeuge speziell im Transitverkehr viel besser und moderner werden, und es trotzdem einen hohen Anteil mit ‚Gefahr in Verzug‘ gibt. Das liegt vermutlich auch daran, dass Fahrzeuge im Transitverkehr durchschnittlich sehr hohe Kilometerleistungen aufweisen.“

Was die Verteilung auf inländische und ausländische Fahrzeuge anbelange, halte sich das weitgehend die Waage, so Sittlinger. Bei „Gefahr im Verzug“ seien geringfügig mehr ausländische Fahrzeuge betroffen.

Ein Lkw auf dem mobilen Prüfzug
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In Lavamünd und Bleiburg sollen 2020 stationäre Prüfstellen wieder eröffnen

Manipulationen im Abgasbereich bereiten Sorge

Ein Problem, das in letzter Zeit vermehrt auftrete, seien Manipulationen im Abgasbereich. "Neue Fahrzeuge seien dahingehend manipulierbar, es gebe finanzielle Vorteile“, sagt Bernhard Sittlinger. Der zuständige Landesrat Martin Gruber (ÖVP) kündigte an, dass ab dem nächsten Jahr zwei fixe Lkw-Prüfstellen wieder eröffnet werden. „Eine ist in Lavamünd, die zweite wird in Bleiburg wieder aufgemacht werden, um vermehrt Kontrollen durchzuführen. Wir wollen die Grenzübergänge vermehrt beobachten, um die Verkehrssicherheit zu fördern“, so Gruber

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